Eine Meldung jagt die nächste: Immer wieder machen Traditionsunternehmen aus dem Osten in der letzten Zeit damit Schlagzeilen, dass sie sich in die Insolvenz verabschieden müssen. Nun ist die nächste Firma an der Reihe – und deren Insolvenz dürften viele sprachlos machen. Es geht um die Porzellanmanufaktur Kahla, die bereits 1844 gegründet wurde, auch in der DDR ein echtes Kult-Unternehmen war. Wie geht es jetzt weiter?
Kahla-Porzellan hat erneut Insolvenz angemeldet
Wie der MDR berichtet, hat das Unternehmen Kahla-Porzellan Insolvenz angemeldet. Eine neue Meldung aus dem Osten, die viele sprachlos macht: In den vergangenen Monaten wurde unter anderem über die Schließung der Eberswalder Wurstwerke in Britz berichtet, aber auch über das drohende Ende der Büromittel-Firma Kolibri in Sachsen. Nun steht das Traditionsunternehmen Kahla-Porzellan vor dem aus.
Am Mittwoch informierte das Unternehmen über die Insolvenz, die Mitarbeiter wurden laut MDR bei einer Betriebsversammlung informiert. Rund 120 Mitarbeiter arbeiten bei der Firma, ihre Bezahlung ist laut Insolvenzverwalter vorerst abgesichert. Die Gründe für die Insolvenz seien unter anderem die schlechte Auftragslage in dieser Saison. Außerdem halte sich die Gastronomie-Branche mit Käufen zurück. Und natürlich machen auch die hohen Energiekosten dem Unternehmen zu schaffen.

Es wäre das Ende einer Ära: Die Porzellanmanufaktur Kahla in Thüringen wurde bereits im Jahr 1844 gegründet, damals arbeiteten hier 20 Mitarbeiter. Nach 1888 entwickelte sich die Firma schnell zu einem der größten Porzellanhersteller in Thüringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kahla-Porzellan zum VEB – und die Fabrik in Kahla wurde als VEB Feinkeramik das Zentrum der Porzellanherstellung in der DDR. 1979 wurde das Unternehmen zum VEB Vereinigte Porzellanwerke Kahla. 18.000 Angestellte arbeiteten damals in den 17 Porzellanwerken, die zum Kombinat gehörten.
In der DDR wurde viel Porzellan aus Kahla exportiert
Wie auch bei anderen Wirtschaftszweigen wurde ein großer Teil des Porzellans exportiert – rund 50 Prozent gingen in 30 Länder in West- und Osteuropa. Nach 1990 verwaltete die Treuhand das Unternehmen in Kahla, einer Kleinstadt im thüringischen Saale-Holzland-Kreis. 1993 folgte der Konkurs, 1994 die Neugründung. Lange liefen die Geschäfte, doch 2020 kam der letzte herbe Schlag: Weil während der Corona-Pandemie ein Großauftrag storniert wurde, musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Es folgten Verkauf und Neugründung.

Zum 1. Januar 2023 drohte dann sogar ein Produktionsstopp. Der Grund: Während der Corona-Pandemie waren die Gaspreise dramatisch in die Höhe geschossen, hatten sich versechsfacht. Innerhalb kurzer Zeit musste das Unternehmen einen neuen Gaslieferanten finden. Erst im Dezember 2024 konnte dann das 180-Jahre-Jubiläum von Kahla-Porzellan gefeiert werden.
Produktion bei Kahla-Porzellan läuft weiter
Und nun der nächste harte Schlag für Unternehmen und Mitarbeiter. Doch auch dieses Mal gibt es Hoffnung. Laut Insolvenzverwalter läuft die Produktion weiter, Aufträge werden angenommen. Fans des traditionsreichen Porzellans aus Thüringen können auch dieses Mal nur hoffen, dass Kahla-Porzellan ein weiteres Mal den Weg aus der schweren Krise findet.




