Wer sich heute an die Komiker-Legenden der DDR erinnert, der kommt an diesen beiden nicht vorbei: Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil gehörten zu den Stars der Unterhaltungsszene in der DDR, traten auf der Bühne und im Fernsehen auf, gehörten immer wieder zu den Gästen in der Kultshow „Ein Kessel Buntes“. Noch heute sind ihre Sketche berühmt. Aber: Was war das Geheimnis der beiden Komiker – und warum waren sie in der DDR so bekannt und beliebt?
Herricht & Preil gehörten zu den Stars der DDR
Mit geschliffenen Dialogen zu Alltagsthemen standen die beiden auf der Bühne – und auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR erinnern sich Menschen, die damals aufwuchsen, an die besonderen Sketche von Herricht & Preil. Das Schachspiel, der Hasenbraten und das Mückentötulin: Die Auftritte von Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil sind einfach legendär. Im Jahr 1951 lernten sich die beiden Schauspieler in Bernburg kennen – der Auftakt für eine lange Karriere auf den Bühnen der DDR.
Drei Jahrzehnte lang standen Herricht & Preil in der DDR gemeinsam auf den Brettern und vor den Kameras. Was war ihr Geheimnis? Daran erinnerte sich Hans-Joachim Preil im Jahr 1998 in der Reihe „Guten Abend“ mit Juergen Schulz. „Es macht nicht die Anzahl der Sketche aus“, erklärte Preil, der alle Stücke für das berühmteste Komiker-Duo der DDR schrieb. Wichtiger sei der Inhalt gewesen. „Und die Akribie, mit der man die Sketche vorgetragen hat und aufgetreten ist. Wir haben die Arbeit sehr ernst genommen.“

Die Sketche von Herricht & Preil seien echte Theaterstücke gewesen, die aus nur einem Akt bestanden. „Das kann man nicht vergleichen mit dem Erzählen von Witzen“, sagte er. Jedes kleine Stück der beiden habe Aufhänger, Dramaturgie, Ende und Schlusspointe gehabt.
Vielleicht liegt es daran, dass sich die beiden auf der Bühne kennenlernten: Hans-Joachim Preil arbeitete am Theater Bernburg, als bei einem Vorsprechen Rolf Herricht hereinkam. Allerdings ließ Preil, damals Theaterdirektor, die Bewerber nie nur vorsprechen, sondern improvisierte mit ihnen.
So lernten sich Herricht & Preil in der DDR kennen
„Rolf blühte damals auf“, erinnerte er sich im Gespräch mit Juergen Schulz. Es war der Anfang der langen Sketch-Partnerschaft, die sie 1959 zu ihrem ersten TV-Auftritt führte. In der Show „Ob das was wird?“ sollten sie spielen, doch ihre Sketche waren zu lang, die Macher der Sendung wenig begeistert.
Doch dann die Katastrophe: Das Publikum reagierte nur sehr verhalten auf die Künstler, die auftraten, betretene Mienen hinter den Kulissen. Zu guter Letzt wurden Herricht & Preil auf die Bühne geschickt. Und sollten machen, was sie wollten. „Es waren uns acht Minuten vorgegeben, 18 haben wir gemacht“, sagte Hans-Joachim Preil.
Der Anfang einer steilen Karriere, die sie über viele Bühnen, aber auch ins DDR-Fernsehen führte. Doch das, was auf der Mattscheibe oder im Theater immer einfach wirkte, war harte Arbeit. Man habe die Sketche auch richtig lernen müssen, erzählte Hans-Joachim Preil. „Ich habe immer gesagt, auch zu anderen Interpreten: Paukt das wie ein Theaterstück. Damit man der Gefahr entgeht, hängen zu bleiben.“
Vor allem die Auseinandersetzungen, die die beiden auf der Bühne spielten, kamen gut an. Hans-Joachim Preil war stets der Oberlehrer, der Besserwisser. Und Rolf Herricht spielte den naiven, manchmal dumm wirkenden Gesprächspartner, der aber das letzte Wort behält.

Fernab der Bühne lief es aber meist gut zwischen den beiden. „Es ging so weiter, wie es im Leben eben auch weitergeht. Es gibt auf der Strecke des Zusammenarbeitens wie in einer Ehe Ecken und Kanten“, sagte er. Die beiden hätten immer Klartext miteinander gesprochen.
Sein Bühnenpartner Rolf Herricht sei ein sehr liebenswerter Mensch gewesen. Die beiden nannten sich gegenseitig „Bruder“. „Und ich habe ihn geliebt wie einen Bruder“, sagt Herricht. „Ich bin der Meinung, dass er wohl auch dasselbe für mich empfand.“
Die Karriere von Herricht & Preil endete viel zu früh
Die Karriere der beiden endete leider viel zu früh. Denn Rolf Herricht starb schon im Jahr 1981. Bei einer Vorstellung von „Kiss me, Kate“ am Berliner Metropol-Theater im August spielte er die Rolle des Produzenten Fred Graham – und erlitt auf der Bühne einen Herzinfarkt.
Hans-Joachim Preil starb im November 1999 in Berlin. Die Sketche der beiden legendären Künstler werden den Fans noch lange in Erinnerung bleiben. In der großen MDR-Sendung „So lacht der Osten“ wird am Samstag um 20.15 Uhr an viele Humor-Stars aus der DDR erinnert. Und dabei dürfen natürlich auch Herricht & Preil nicht fehlen.





