Helga Hahnemann war die wohl beliebteste Komikerin der DDR. Foto: dpa/Günter Gueffroy

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – so ist es auch bei denen, die sich heute „Comedians“ nennen. Nicht jeder Zuschauer kann über jeden Witz wirklich lachen. Aber: Das muss auch nicht sein, solange das, was auf Bühnen und im TV passiert, immer jemanden zum Schmunzeln bringt, ist der Zweck erfüllt. Die Komiker, die das Publikum in der DDR unterhielten, hatten jedoch eines gemeinsam: Sie waren einfach immer zum Brüllen komisch! Erinnern Sie sich noch an diese drei einfach legendären Ost-Sketche?

Herricht und Preil, Helga Hahnemann, Eberhard Cohrs – an viele der Menschen, die das Publikum zu DDR-Zeiten zum Lachen brachten, erinnert man sich noch heute sehr gern. Ein großer Vorteil der modernen Welt: Ihre Sketche sind wunderbar konserviert, lassen sich noch heute auf Video-Plattformen im Netz finden. Wir haben drei Sketche, über die Sie garantiert heute noch lächeln!

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Herricht und Preil: Das beliebteste Komiker-Duo der DDR

„Sie waren doch immer mein Odol.“ – „Das heißt Idol!“ – „Jetzt geht das schon wieder los…“ Der Humor von Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil ist noch heute legendär. Die komischen Dialoge der beiden Bühnen-Stars machten sie zum beliebtesten Humor-Duo der DDR. Sie trafen sich 1951 in Bernburg, traten 1953 mit ihrem ersten Sketch „Die Schachpartie“ auf. Preil schrieb die Sketche, bei denen die Rollenverteilung klar war: Er gab den Oberlehrer mit dem erhobenen Zeigefinger, Herricht spielte den naiven Part. Bis zu Herrichts Tod im Jahr 1981 standen sie gemeinsam auf der Bühne. Ihre beliebtesten Sketche unter anderem: „Die Briefmarke“, „Der Gartenfreund“ – und eben „Der Klavierkauf“.

„Der Klavierkauf“ ist ein berühmter Sketch von Herricht und Preil.

Video: Youtube

Eberhard Cohrs: Der Kleene mit der großen Klappe

Er war der Kleene mit der großen Gusche, blieb vielen mit seinem unnachahmlichen Humor und dem sächsischen Dialekt in Erinnerung. Seine ersten Bühnenauftritte hatte Cohrs in Dresden, doch die sächsische Landeshauptstadt wurde ihm schnell zu klein. Später gelangte er zum Rundfunk, ins DDR-Fernsehen und an den Berliner Friedrichstadt-Palast. 1977 verließ er die DDR, siedelte in die Bundesrepublik Deutschland über. Doch ein Neustart in Rudi Carrells „Am laufenden Band“ scheiterte, weil die Zuschauer den Sachsen nicht verstanden. Nach dem Fall der Mauer kehrte er in den Osten Deutschlands zurück, trat mit Leni Statz, Wolfgang Roeder und Winfried Krause vorrangig in TV-Shows des MDR auf.

So simpel sein Humor war, so lustig war er. Witze wie „In Riesa haben sie wieder einen Mist gemacht. Gestern mussten sie vier Millionen Streichhölzer wieder zurücknehmen – die hatten die Kuppe auf der falschen Seite“ kommen auch in den Dialogen mit Horst Feuerstein vor. Hier einer der Auftritte aus dem DDR-Fernsehen.

Eberhard Cohrs stand immer wieder mit Horst Feuerstein auf der Bühne.

Video: Youtube

Helga Hahnemann: Big Helga und der Richterhammer

Sie ist die legendärste Komikerin der DDR – und der Sketch, den sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Alfred Müller in „Ein Kessel Buntes“ auf die Bühne brachte, ist ein Stück Humor-Geschichte. Er ist der Richter, sie die Angeklagte, zunächst läuft alles nach Plan. „Ihr Name?“ – „Hoppe!“ – „Und Ihr Alter?“ – „Auch Hoppe.“ Doch dann, ganz plötzlich, verliert der Richter-Hammer beim Aufschlagen auf das Pult den Kopf. Viel komischer als die Gags wird nun, wie die beiden um Fassung ringen.

Einfach köstlich! Hahnemann begann ihre Karriere übrigens an der Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide, später spielte sie unter anderem an der Leipziger Pfeffermühle, ab 1961 kam sie zum DDR-Fernsehen. Sie starb 1991, doch an ihre „Berliner Schnauze“ erinnern sich noch heute viele gern zurück.

Helga Hahnemann und Alfred Müller haben in diesem Sketch ihre Probleme mit dem Richterhammer.

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