Sie waren DAS Komiker-Duo der DDR, unterhielten mit Sketchen wie „Die Schachpartie“ und „Der Gartenfreund“ ihre Zuschauer im Fernsehen der DDR und auf der Bühne: Herricht & Preil. Doch dann, im Jahr 1981, endete die Bühnen-Karriere der Sketch-Partner ganz plötzlich und unerwartet mit dem tragischen Tod von Rolf Herricht. Bei einem Auftritt erlitt er einen Herzinfarkt, starb quasi auf der Bühne. Ein Tod, den sein Show-Partner Hans-Joachim Preil nie verkraftete.
Herricht & Preil gehörten zu den Stars der DDR
Er war einer der Bühnen-Stars der DDR-Unterhaltung – und beendete sein Leben genau dort, wo er so gern war: Rolf Herricht, der mit seinem Bühnenpartner Hans-Joachim Preil als Herricht & Preil in der DDR Karriere machte, erlitt bei einem Auftritt im Musical „Kiss Me, Kate“ am damaligen Metropol-Theater in Berlin einen Herzinfarkt.
Manche Berichte erzählen vom Tod auf der Bühne, andere davon, dass der medizinische Notfall in einer Pause hinter den Kulissen passierte. Ob vor Publikum oder nicht: Der Auftritt bei „Kiss Me, Kate“ wurde der letzte von DDR-Star Rolf Herricht.
Es muss für Hans-Joachim Preil ein Schock gewesen sein – das ist jedem klar. Doch wie schlimm er den Tod seines langjährigen Partners von Herricht & Preil wirklich erlebte, erzählte er erst Jahre später in der TV-Sendung „Guten Abend“ mit Juergen Schulz. Preil erzählt im Interview mit dem Moderator, er sei damals gerade in England gewesen. Am Abend des Todes von Herricht kam er von der Reise zurück – und plötzlich bekam er einen Anruf von einem Regie-Kollegen, der ihm davon berichtete.

„Das war für mich ein unfassbarer Schlag. Ich kann es heute auch noch nicht beschreiben, was in mir vorging und was los war“, sagte er im Interview. „Ich habe mich erstmal hinsetzen und es verdauen müssen.“ Es sei so schlimm, wenn ein Mensch, mit dem man eine so lange Zeit verbrachte, plötzlich nicht mehr da ist.
Man könne nicht mehr „Guten Morgen“ oder „Guten Abend“ sagen – und auch nicht mehr „Bruder“. Es war der Spitzname, den sich Herricht & Preil hinter den Kulissen gegenseitig gaben.
Preil konnte den Tod von Herricht nie verarbeiten
Auch Jahre später habe er den Tod nicht verarbeiten können. Ein Comeback mit einem anderen Bühnenpartner kam für ihn nach dem Ende von Herricht & Preil deshalb nicht infrage. „Man hat es versucht und immer wieder auf mich eingeredet: Das Publikum hat ein Recht darauf, weiterzulachen.“
Das Recht gibt er den Zuschauern. „Aber nicht mit einem zweiten Aufguss von Herricht. Das mache ich nicht. Herricht ist mein Freund gewesen – das hätte ich ihm nie antun können.“ Die Karriere des Komiker-Duos in der DDR – sie war mit dem Tod von Rolf Herricht deshalb für immer beendet.

Damit endete eine Traumkarriere: Herricht & Preil lernten sich bei einem Vorsprechen am Theater in Bernburg kennen, entwickelten schnell die ersten Sketche und wurden damit auf der Bühne und im Fernsehen bekannt. Die Rollen waren immer gleich verteilt: Hans-Joachim Preil spielte den Oberlehrer, Rolf Herricht den naiven und oft etwas dümmlich wirkenden Gegenspieler, der trotzdem stets die Lacher auf seiner Seite hatte.
Nur politische Kritik fand man bei den beiden im Gegensatz zu vielen anderen Komikern der DDR nie. In den kleinen Theaterstücken, die Herricht & Preil auf der Bühne spielten, standen immer Alltagssituationen im Vordergrund.

Sketche von Herricht & Preil werden heute noch gezeigt
Die Sketche von Herricht & Preil waren beliebt – und werden auch heute noch in Unterhaltungssendungen gezeigt, die sich um Künstler aus der DDR und aus dem Osten drehen. Der erste Sketch aus dem Jahr 1953 war „Die Schachpartie“, der letzte „Die Reisebekanntschaft“, dazwischen lagen Klassiker wie „Mückentotulin“, „Der Klavierkauf“ und „Die Briefmarke“. Die kleinen Theaterstücke wurden von Hans-Joachim Preil geschrieben und einstudiert, bis sie perfekt saßen.
Nicht die Anzahl ihrer Sketche machte laut Hans-Joachim Preil den großen Erfolg von Herricht & Preil aus – sondern der Inhalt und die Akribie, mit der die Schauspieler sie einstudierten. „Wir haben die Arbeit sehr ernst genommen.“


