Mitten im Winter versank Berlin in Dunkelheit. Rund 100.000 Menschen saßen Anfang Januar bei eisigen Temperaturen tagelang ohne Strom und Heizung in ihren Wohnungen. Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde löste den längsten Stromausfall der Hauptstadt seit Kriegsende aus. Monatelang tappten die Ermittler im Dunkeln, jetzt gibt es offenbar den entscheidenden Durchbruch.
Polizei hat linksextreme Tatverdächtige identifiziert
Der Blackout sorgte damals nicht nur für Chaos, sondern entwickelte sich später auch zu einer politischen Affäre. Vor allem der Kriseneinsatz von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geriet massiv in die Kritik. Nach der Debatte verzichtet Wegner darauf, bei der Wahl im September erneut als CDU-Spitzenkandidat anzutreten. Nun rücken stattdessen die mutmaßlichen Täter in den Fokus.

Jetzt rücken die mutmaßlichen linksextremen Täter in den Mittelpunkt. Nach Informationen der Welt am Sonntag hat das Bundeskriminalamt im Fall des Anschlags vom 3. Januar 2026 inzwischen konkrete Tatverdächtige identifiziert. Weitere Einzelheiten zu den Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt.
Doch damit nicht genug: Auch bei einem zweiten spektakulären Angriff durch Linksextreme auf die Berliner Stromversorgung kommen die Ermittlungen offenbar voran. Dabei geht es um den Brandanschlag auf Strommasten am Technologiepark Adlershof im September 2025. Rund 50.000 Haushalte und Betriebe waren damals zeitweise ohne Strom, der entstandene Schaden wurde auf bis zu 70 Millionen Euro geschätzt.
Polizei hat auch mutmaßliche Täter vom September-Stromausfall im Visier
Wie die Welt am Sonntag berichtet, sollen die Ermittler vier Personen aus der linksextremen Szene als mutmaßliche Täter ausgemacht haben. Gegen die Beschuldigten im Alter von 28 bis 36 Jahren wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt.

Bereits im März hatten Ermittler bei einer groß angelegten Razzia insgesamt 17 Wohnungen und weitere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz (Brandenburg) durchsucht. Dabei wurden unter anderem Mobiltelefone sowie technische Geräte beschlagnahmt, mit denen sich Kameras, Mikrofone und Wanzen aufspüren lassen.
Genau gegen diese Maßnahmen wehren sich die vier Beschuldigten nun. Wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft der Welt am Sonntag bestätigte, läuft ein gerichtliches Verfahren gegen die Sicherstellung und geplante Auswertung der beschlagnahmten Geräte. Sollte das Gericht den Beschwerden stattgeben, müssten die Gegenstände zurückgegeben werden und könnten möglicherweise nicht als Beweismittel dienen. Das erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft außerdem gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.


