Neue Erkenntnisse

Nach Stromausfall und Wegner-Affäre: Jetzt gibt es den Ermittlungsdurchbruch

Der Blackout im Januar legte Teile Berlins tagelang lahm. Jetzt melden die Ermittler offenbar einen entscheidenden Durchbruch im Fall der Stromanschläge.

Author - Mariella Mandurino
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Im Januar haben Linksextreme einen Anschlag auf das Berliner Stromnetz verübt. 100.000 Menschen waren tagelang ohne Strom und Heizung.
Im Januar haben Linksextreme einen Anschlag auf das Berliner Stromnetz verübt. 100.000 Menschen waren tagelang ohne Strom und Heizung.Imago

Mitten im Winter versank Berlin in Dunkelheit. Rund 100.000 Menschen saßen Anfang Januar bei eisigen Temperaturen tagelang ohne Strom und Heizung in ihren Wohnungen. Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde löste den längsten Stromausfall der Hauptstadt seit Kriegsende aus. Monatelang tappten die Ermittler im Dunkeln, jetzt gibt es offenbar den entscheidenden Durchbruch.

Polizei hat linksextreme Tatverdächtige identifiziert

Der Blackout sorgte damals nicht nur für Chaos, sondern entwickelte sich später auch zu einer politischen Affäre. Vor allem der Kriseneinsatz von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geriet massiv in die Kritik. Nach der Debatte verzichtet Wegner darauf, bei der Wahl im September erneut als CDU-Spitzenkandidat anzutreten. Nun rücken stattdessen die mutmaßlichen Täter in den Fokus.

Vor allem im Westen Berlins (hier in Zehlendorf) blieb die Stadt durch den Anschlag dunkel.
Vor allem im Westen Berlins (hier in Zehlendorf) blieb die Stadt durch den Anschlag dunkel.Emmanuele Contini/Imago

Jetzt rücken die mutmaßlichen linksextremen Täter in den Mittelpunkt. Nach Informationen der Welt am Sonntag hat das Bundeskriminalamt im Fall des Anschlags vom 3. Januar 2026 inzwischen konkrete Tatverdächtige identifiziert. Weitere Einzelheiten zu den Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt.

Doch damit nicht genug: Auch bei einem zweiten spektakulären Angriff durch Linksextreme auf die Berliner Stromversorgung kommen die Ermittlungen offenbar voran. Dabei geht es um den Brandanschlag auf Strommasten am Technologiepark Adlershof im September 2025. Rund 50.000 Haushalte und Betriebe waren damals zeitweise ohne Strom, der entstandene Schaden wurde auf bis zu 70 Millionen Euro geschätzt.

Polizei hat auch mutmaßliche Täter vom September-Stromausfall im Visier

Wie die Welt am Sonntag berichtet, sollen die Ermittler vier Personen aus der linksextremen Szene als mutmaßliche Täter ausgemacht haben. Gegen die Beschuldigten im Alter von 28 bis 36 Jahren wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt.

Auch in Adlershof sabotierten Linksextreme Stromleitungen und sorgten für einen Ausfall.
Auch in Adlershof sabotierten Linksextreme Stromleitungen und sorgten für einen Ausfall.Emmanuele Contini/Imago

Bereits im März hatten Ermittler bei einer groß angelegten Razzia insgesamt 17 Wohnungen und weitere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz (Brandenburg) durchsucht. Dabei wurden unter anderem Mobiltelefone sowie technische Geräte beschlagnahmt, mit denen sich Kameras, Mikrofone und Wanzen aufspüren lassen.

Genau gegen diese Maßnahmen wehren sich die vier Beschuldigten nun. Wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft der Welt am Sonntag bestätigte, läuft ein gerichtliches Verfahren gegen die Sicherstellung und geplante Auswertung der beschlagnahmten Geräte. Sollte das Gericht den Beschwerden stattgeben, müssten die Gegenstände zurückgegeben werden und könnten möglicherweise nicht als Beweismittel dienen. Das erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft außerdem gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Sollten sich die neuen Erkenntnisse bestätigen, könnten die Ermittler gleich zwei der folgenschwersten Sabotageakte gegen die Berliner Stromversorgung in den vergangenen Jahren aufklären.

Auf KURIER-Anfrage äußert sich das BKA sehr zurückhaltend und ließ sich nicht in die Karten schauen. Sie berichteten lediglich, dass sie zu dem Stromausfall im Januar Hinweise im mittleren dreistelligen Bereich erhielten. Heißt auch: Momentan hüllt sich das Bundeskriminalamt in Schweigen.

Was denken Sie: Sollten Sabotageakte auf die Stromversorgung härter bestraft werden? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com