Von Winter- auf Sommerzeit: 70 Prozent der Deutschen wollen diese Zeitumstellung nicht. Trotzdem wurden am Sonntag, dem 29. März, Punkt 2 Uhr morgens, die Uhren um eine Stunde nach vorn gestellt. Bei der Weltzeituhr in Berlin hat das Stundenverschieben fatale Folgen – sie wird nicht mehr richtig ticken!
Weltzeituhr in Berlin: Sie hat insgesamt fünf Uhren
Sie gehört zu den berühmtesten Uhren in Deutschland. Und wer sich in Berlin mit jemandem zu einer bestimmten Zeit verabredet, trifft sich oft an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Doch das wird in den kommenden Monaten zum Problem. Denn eine der insgesamt fünf Uhren an dem Bauwerk geht in der kommenden Sommerzeit falsch!
Am 30. September 1969 wurde die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz eingeweiht. Ihr Erfinder ist der DDR-Designer Erich John (94).
Als er damals die Weltzeituhr entwarf, konnte er nicht ahnen, dass zehn Jahre später die Zeitumstellung in Europa beschlossen und 1980 in West und Ost eingeführt wurde. Denn an der Hauptuhr der Weltzeituhr kann man nicht so einfach drehen, wenn in Deutschland wieder die Uhren um eine Stunde vor auf die Sommerzeit umgestellt werden.

Die Hauptuhr an der Weltzeituhr ist der Zahlenring. Wer in letzter Zeit mal auf das Feld geschaut hat, auf dem Berlin mit Brüssel, Budapest und Prag steht, wird festgestellt haben: Die Weltzeituhr läuft in der europäischen Winterzeit goldrichtig. Das wird sich aber am Sonntag radikal ändern.
Warum die Weltgtzeituhr im Sommer anders tickt
Denn in der europäischen Sommerzeit tickt die Weltzeituhr nicht richtig! Wenn es beispielsweise in Berlin 8.30 Uhr ist, zeigt die Hauptuhr 7.30 Uhr an!
Warum die Weltzeituhr um eine Stunde nachgeht: Weil man den Zahlenring (Stundenring), der durch die 24 Hauptzeitzonen wandert, nicht einfach so verstellen kann. Dabei wäre es technisch nicht einmal ein Problem. Man müsste einfach nur den Elektromotor für eine Stunde abstellen.

Der eigentliche Grund, warum es doch nicht geht: Wenn in Europa die Uhren umgestellt werden, passiert das nicht auch zeitgleich auf allen anderen Kontinenten. „Im Falle einer Umstellung der Weltzeituhr würden dann die Zeiten anderer Länder falsch dargestellt werden“, teilt das Bezirksamt Berlin-Mitte dem KURIER mit.

Dazu kommt, dass Länder wie Japan, China oder Russland die Zeit gar nicht mehr umstellen. Um das alles zu umgehen, lässt man also die Weltzeituhr in der europäischen Sommerzeit nach der Winterzeit (der mitteleuropäischen Normalzeit) einfach weiter ticken, als wäre nichts geschehen. Ist irgendwie verwirrend.
Weltzeituhr am Alex: Fernsehturm funkt dazwischen
Alle, die am Alexanderplatz wissen wollen, welches Stündlein es in Berlin nun wirklich geschlagen hat, müssen auf die vier Funkuhren am Schaft der Weltzeituhr schauen. Allerdings lassen die sich auch nicht so problemlos umstellen.
„Normalerweise müsste auch die Umstellung per Funk klappen“, sagt ein Mitarbeiter des Wartungsteams dem KURIER. Allerdings wird dieser Funkkontakt gestört – vom Berliner Fernsehturm.






