Berlin kann keine Rolltreppen. Das ist Fakt. An fast jedem Bahnhof in der Hauptstadt gibt es mindestens einen Problemfall. Am wichtigsten Bahnhof stehen seit über einem Monat sogar mehrere Rolltreppen still. Wie kann das sein? Und wann hat diese peinliche Situation endlich ein Ende? Wir haben mal nachgefragt.
So ist der aktuelle Stand im Rolltreppen-Desaster
Eine KURIER-Kollegin fuhr diesen Dienstag vom Berliner Hauptbahnhof in den Urlaub – und musste feststellen: Es gibt hier immer noch einige Rolltreppen, die stillstehen! Wir erinnern uns kurz: Mitte Februar wurden wegen eines gefährlichen Getriebedefekts rund 40 der 50 Rolltreppen am Hauptbahnhof stillgelegt. Das Problem beschäftigte die Deutsche Bahn bundesweit.
Inzwischen sind knapp sechs Wochen vergangen. Sechs Wochen, in denen Fahrgäste in der Bundeshauptstadt angekommen erst einmal ihre Koffer Treppen rauf und runter schleppen dürfen. Ein Zustand, der nicht nur eine Zumutung ist, sondern auch einfach peinlich.

Deshalb haben wir mal bei der Deutschen Bahn nachgefragt, wie es offiziell an der Rolltreppenfront aussieht. Eine Sprecherin erklärt dem KURIER: „Aktuell sind die meisten Rolltreppen am Berliner Hauptbahnhof in Betrieb. Seit vorletzter Woche bereits können Reisende wieder alle Ebenen und Bahnsteige sowohl aufwärts als auch abwärts durchgehend per Rolltreppe erreichen.“
Klingt so erst mal ganz nett. Aber die Realität sieht dann doch ein bisschen anders aus. Es sind immer noch mehrere Rolltreppen abgesperrt. Und die Fahrstühle, auf die man theoretisch ausweichen könnte, sind furchtbar überfordert und langsam.
Warum dauert das so lange?
Auf die Frage hin, wann voraussichtlich wieder alle Rolltreppen laufen werden, erklärt die DB-Sprecherin: „Die Technikteams von DB und Kone arbeiten mit allen Kräften daran, auch die weiteren Rolltreppen so schnell wie möglich wieder ins Rollen zu bringen.“ Das Tempo der Instandsetzung hänge auch davon ab, inwieweit die erforderlichen Ersatzteile für Getriebekomponenten vorliegen.
„Normalerweise gelten für diese Ersatzteile lange Bestellfristen, meist mehrere Monate. Sie müssen weltweit geordert und nach Berlin gebracht werden“, so die Sprecherin. „Aus diesem Grund erfolgt die Reparatur der betroffenen Rolltreppen sukzessive, sobald die Ersatzteile verfügbar sind.“

Weiter betont die Sprecherin: Man will die Berliner nicht ärgern. Die Maßnahmen sind schlichtweg notwendig. „Die Sicherheit der Fahrgäste steht bei der DB an erster Stelle. Die Deutsche Bahn und der Hersteller mussten die Rolltreppen am Berliner Hauptbahnhof aus Sicherheitsgründen einer kurzfristigen Kontrolle unterziehen und wo nötig, reparieren“, beteuert sie. Ziel sei es natürlich, sämtliche Rolltreppen so schnell wie möglich wieder in Gang zu setzen. „Vermeidbare Risiken müssen aber ausgeschlossen werden.“



