Berliner wissen nur zu gut: Bahnhöfe in der Hauptstadt erfüllen ihren Zweck – meistens zumindest –, doch sie sind total verdreckt. Im Vergleich zur japanischen Hauptstadt Tokio, wo man buchstäblich vom Boden essen könnte, starren die Bahnsteige, Rolltreppen und Flure in Berliner Bahnhöfen nur so von klebrigen Flecken, Müll und zerbrochenem Glas. Man kann froh sein, wenn man mal kein Erbrochenes sieht. An dieser ekeligen Situation soll sich nun tatsächlich etwas ändern.
Das sind die „schlimmsten“ Bahnhöfe in Berlin
Statt Verspätungen und Zugausfällen gibt es zur Abwechslung mal gute Nachrichten von der Deutschen Bahn (DB) in Berlin! Gemäß der „Agenda des Bundes für zufriedene Kunden auf der Schiene“ will sie die Sicherheit und Sauberkeit in ihren Bahnhöfen verbessern. Dafür verstärkt die DB 2026 das Sicherheitspersonal an 35 großen Bahnhöfen um 200 zusätzliche Kräfte. Auch das Reinigungspersonal wird aufgestockt.

- Hauptbahnhof
- Ostbahnhof
- Zoologischer Garten
- Gesundbrunnen
- Ostkreuz
- Friedrichstraße
- Alexanderplatz
- Lichtenberg
- Neukölln
- Warschauer Straße
An diesen „besonders stark frequentierten“ Bahnhöfen soll „das Stationserlebnis“ für alle Berliner und Besucher schon bald mit einer „höheren Präsenz von Sicherheitskräften“, „zusätzlichen Reinigungen“ und „schnellen Reparaturen“ verbessert werden. Heißt übersetzt: Hier ist die Lage aktuell am schlimmsten, hier besteht der größte Handlungsbedarf.
Insgesamt stehen in diesem Jahr bundesweit rund 50 Millionen Euro zusätzlich für Sicherheit und Sauberkeit an den Bahnhöfen zur Verfügung. Ziele sind ein besseres Sicherheitsempfinden und ein sauberes Erscheinungsbild.
So sehen die Maßnahmen aus, damit wir uns an Berliner Bahnhöfen wohler fühlen
„Wir sorgen dafür, dass sich unsere Kundinnen und Kunden an unseren Bahnhöfen willkommen und sicher fühlen. Unsere Fahrgäste sollen erleben, dass sich rasch etwas zum Positiven verändert“, betont Daniel Euteneuer, Leiter vom Regionalbereich Ost. „Durch das Sofortprogramm verstärken wir beispielweise am Berliner Hauptbahnhof, Ostbahnhof oder auch am Zoologischen Garten die Früh- und Spätschichten mit einer weiteren Doppelstreife.“

Zudem arbeite die DB gemeinsam mit der Bundespolizei intensiv daran, weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik auszustatten. Darüber hinaus bekommen DB-Mitarbeiter an Bahnhöfen Bodycams, einen Hilferufknopf und eine interne Hilferuf-App zur Verfügung gestellt.
Neue mobile DB-Handwerksteams sollen außerdem bald bundesweit Reparaturen übernehmen. Damit soll es künftig schneller gehen: „Hier eine Glasscheibe austauschen, dort eine verunstaltete Wand zügig streichen oder eine Vitrine reparieren“, zeigt sich DB optimistisch.
Wie realistisch sind diese Versprechen?
Die DB hat versprochen, mehr Reinigungskräfte an den genannten Berliner Bahnhöfen einzusetzen. Doch die werden hart arbeiten müssen, immerhin haben wir einige Dreckspatzen in der Hauptstadt. Kippen und anderer Müll werden achtlos auf den Boden geworfen.
Können die Mitarbeiter der DB, selbst wenn es ein paar mehr werden, da überhaupt hinterherkommen? Das wird sich wohl zeigen. Viele würden sich freuen, wenn sich die Situation am Alexanderplatz und Co. tatsächlich verbessert.

Das Gleiche gilt für Reparaturen. Seit Wochen stehen bundesweit etliche Rolltreppen an Bahnhöfen still. Grund ist ein komplizierter Getriebedefekt. Auch am Berliner Hauptbahnhof laufen erst wieder zwei Drittel.


