Alle Anwohner wissen: Der Kiez rund um Frankfurter Allee Nord braucht dringend eine bessere Öffi-Anbindung. Tatsächlich ist eine brandneue BVG-Buslinie in Lichtenberg schon länger in Planung. Wo die Haltestellen entstehen sollen – und wie der aktuelle Stand ist.
Anwohner in Lichtenberg brauchen den Bus dringend
Der Bedarf für eine Kiezbuslinie in dem Ost-Berliner Gebiet ist groß. Erstens ist das Gebiet seit Jahren unterversorgt mit Nahverkehrsanbindungen – viele Wohnstraßen wie Lindenhof, Bornitzstraße oder Teile der Ruschestraße liegen vergleichsweise weit von S‑ und U‑Bahnhöfen entfernt.
Zweitens leben in den Quartieren überdurchschnittlich viele ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Anwohner sowie Familien. Für sie ist ein kurzer, barrierearmer Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln entscheidend. Sodass auch Arztpraxen, Behörden und Einkaufsorte ohne weite Fußwege erreichbar werden.

- S+U Lichtenberg/Siegfriedstraße
- Guntherstraße
- Gernotstraße
- Zentralfriedhof
- Lindenhof
- Gotlindestraße
- Bornitzstraße
- Betriebshof Lichtenberg
- Rhododendronweg
- Rutnikstraße
- Dottistraße
- S+U Frankfurter Allee
- Rathaus Lichtenberg
- Normannenstraße/Ruschestraße
Warum wurde hier auf die Pausetaste gedrückt?
Die Kiezbuslinie in Lichtenberg wird dringend gebraucht und wird schon seit 2019 diskutiert. Doch obwohl die BVV Lichtenberg bereits 2022 zustimmte und die Linienführung feststand, verzögerte sich die ursprünglich geplante Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel 2023. Wieso? Weil zentrale infrastrukturelle Voraussetzungen fehlten – vor allem Haltestellen, deren Planung sich durch Abstimmungen rund um die Radschnellverbindung RSV 9 erheblich verzögert hat.

Das geht aus einer kleinen Anfrage von Tamara Lüdke (SPD) an den Berliner Senat hervor, die Arne Herz in Vertretung für die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt beantwortet hat.
Geld fehlt an allen Ecken und Enden
Wie realistisch ist die Umsetzung der Kiezbuslinie also zu diesem Zeitpunkt? Laut Senatsantwort zeigt sich: Bislang ist für keine der geplanten Haltestellen die Finanzierung vollständig gesichert. Zwar liegen für zwei Haltestellen – Lindenhof und Gotlindestraße – bereits geprüfte und genehmigte Bauplanungsunterlagen vor, und ein Verfahren zur Mittelfreigabe wurde gestartet. Die dafür veranschlagte Summe beläuft sich auf rund 360.000 Euro.
Doch das Bezirksamt stellt klar, dass „bisher für keine der Haltestellen eine gesicherte Finanzierung existiert“. Auch für alle übrigen Stationen fehlen weiterhin geprüfte Unterlagen, sodass weder Baustarts noch Fertigstellungstermine genannt werden können. Zeitangaben seien erst möglich, wenn das Geld tatsächlich bereitstehe.

Sicher ist damit nur eines: Die Kiezbuslinie wird sich noch länger verzögern. Der Senat geht inzwischen ausdrücklich nicht mehr davon aus, dass die Linie wie gehofft zum Winterfahrplan 2026/2027 starten kann. Bis der Bus wirklich durch die Frankfurter Allee Nord rollt, müssen der Bezirk Lichtenberg und die BVG also erst die nötigen infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen – und vor allem endlich die Finanzierung sichern.
