Die Schusswaffengewalt in Berlin hat in den vergangenen Monaten drastisch zugenommen. Immer wieder wird auf Personen oder Geschäfte geschossen. Hinter dem wiederholten Kugelhagel soll Clan-Kriminalität stecken. Es sind gefährliche Vorfälle, bei denen jemand getötet werden könnte. In der Nacht zu Mittwoch wurden nun bei einer Schießerei zwei Männer verletzt. Was bisher bekannt ist.
Schießerei in Moabit: Zwei Verletzte
Unser KURIER-Nachtreporter berichtet: In der Nacht zu Mittwoch gegen 1 Uhr wurden der Berliner Feuerwehr Schüsse in Moabit gemeldet – die gegenüber der JVA zu hören gewesen sind. Unweit einer Shishabar in der Straße Alt-Moabit.

Was ist hier genau vorgefallen? Der KURIER hat bei der Berliner Polizei nachgefragt. Ein Sprecher erklärt am Mittwochmorgen: Hier handelte es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Streit zwischen mehreren Personen, der sich zu einer handfesten Auseinandersetzung entwickelt hat. Dabei sind zwei Männer verletzt worden durch Stich- und Schussverletzungen. Die beiden verletzten Personen wurden zunächst in Krankenhäuser eingeliefert und befinden sich jetzt in Polizeigewahrsam.

Die Schuldfrage muss hier noch geklärt werden. Die Polizei kann zu diesem Zeitpunkt aber nicht ausschließen, dass es eine „wechselseitige Beteiligung“ der beiden Verletzten an der Auseinandersetzung gegeben habe. Ob es sich hier um eine rein private Angelegenheit gehandelt hat oder doch Organisierte Kriminalität im Spiel war, ist noch völlig offen. Die Sonderkommission BAO Ferrum hat nun die Ermittlungen übernommen.
In Berlin vergeht kaum eine Nacht ohne Schüsse
Wie schlimm die Lage aktuell ist, betonte vergangene Woche auch Benjamin Jendro, der Sprecher der Polizeigewerkschaft (GdP): „In Berlin vergeht kaum eine Nacht, in der nicht irgendjemand zur Schusswaffe greift. Wer auf der Straße mehrere Schüsse auf eine Person abgibt, hinterlässt keine Warnung, er ist bereit zu töten und nimmt auch in Kauf, dass neben der anvisierten Person andere getroffen und verletzt werden.“



