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U7‑Ausbau wackelt: Was der Koalitionsstreit für Spandau bedeutet

Der Streit um den U7‑Ausbau eskaliert: Während Kai Wegner auf eine bessere Anbindung drängt, stellt sich die Koalition quer. Was bedeutet das für Spandau?

Author - Sharone Treskow
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Wird die Linie U7 in Richtung Spandau irgendwann nach Staaken verlängert? Die Politik ist sich uneinig.
Wird die Linie U7 in Richtung Spandau irgendwann nach Staaken verlängert? Die Politik ist sich uneinig.Rüdiger Wölk/Imago

Wird die U7 jetzt nach Staaken verlängert oder nicht? Der Bedarf ist hoch, doch die Finanzierung gestaltet sich schwierig. Im Dauerstreit um den Ausbau des Berliner U‑Bahnnetzes mischt sich jetzt der Regierende Bürgermeister persönlich ein.

Wegner ist die U7-Verlängerung „wichtig“

Trotz deutlicher Skepsis aus seiner eigenen Verkehrsverwaltung zeigt sich Kai Wegner (CDU) weiter offen für eine Verlängerung der U7 in Spandau. Gegenüber Tagesspiegel Checkpoint sagt er klar: „Eine bessere Verkehrsanbindung der Berliner Außenbezirke ist dem Senat und auch mir sehr wichtig.“

Wenn es nach Kai Wegner allein gehen würde, würde die U7 nach Staaken verlängert werden.
Wenn es nach Kai Wegner allein gehen würde, würde die U7 nach Staaken verlängert werden.Political-Moments/Imago

Dies betreffe nicht nur die U7, sondern ebenso die U8 Richtung Märkisches Viertel oder die Anbindung des Mexikoplatzes. Für die U7 brauche es allerdings „nun weitere Untersuchungen“. Ein Satz, der zeigt: Ganz vom Tisch ist der Weiterbau noch lange nicht.

Siedlung droht, vom Netz zu fallen

Hintergrund der Debatte ist eine Ankündigung von Verkehrsstaatssekretär Andreas Kraus, der im Verkehrsausschuss erklärte, dass die U7 wegen zu hoher Kosten nicht über den Bahnhof Rathaus Spandau hinaus verlängert werden solle. Damit würde gerade die Großsiedlung Heerstraße Nord ohne U‑Bahnanschluss bleiben. Ein verkehrspolitischer Rückschlag für tausende Bewohner.

Die Siedlung Heerstraße Nord würde von einer Verlängerung der U7 profitieren.
Die Siedlung Heerstraße Nord würde von einer Verlängerung der U7 profitieren.Schoening/Imago

Eine direkte U‑Bahn‑Anbindung würde den Alltag hier deutlich erleichtern: Fahrzeiten in die City würden sich verkürzen, Busse würden entlastet und der Anschluss an Jobs, Schulen, Behörden und medizinische Versorgung wäre zuverlässiger. Eine Verlängerung würde die Lebensqualität steigern und den Standort langfristig attraktiver machen.

Koalitionskrach im Anmarsch? Bonde kontert SPD-Angriffe

Die SPD reagierte empört. Fraktionschef Raed Saleh warnte gegenüber mehreren Medien, der Nahverkehrsplan werde so „nicht beschlossen“. Die Sozialdemokraten befürchten, dass besonders Außenbezirke erneut abgehängt werden und erhöhen nun den Druck auf den Koalitionspartner.

Ute Bonde, Verkehrssenatorin von Berlin, ist aus finanziellen Gründen gegen den Ausbau der U7.
Ute Bonde, Verkehrssenatorin von Berlin, ist aus finanziellen Gründen gegen den Ausbau der U7.Jens Schicke/Imago

Doch die Verkehrsverwaltung bleibt hart. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) weist die SPD-Kritik entschieden zurück. Sie betont die finanziellen Engpässe des Landes und verweist auf „infrastrukturelle und betriebliche Zwänge“. Der U‑Bahnbau sei mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit schlicht eine „Herausforderung“.

Deshalb brauche es „weitere Untersuchungen zur Systementscheidung und zum Streckenverlauf“. Eine Vorfestlegung habe es jedoch nicht gegeben. Hinter den nüchternen Formulierungen zeigt sich ein klarer Konflikt: Die einen wollen endlich bauen, die anderen warnen vor Milliardenausgaben, die das Land kaum stemmen könne.

Würden Sie von einer Verlängerung der U7 profitieren? Schicken Sie uns gerne einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.