Bis zu 1 Euro

Warum der Döner in Berlin plötzlich wieder günstiger wird

In Berlin fallen die Dönerpreise punktuell – vor allem beim Hähnchendöner. Eine Umfrage zeigt: Der Döner bleibt trotz Teuerung extrem beliebt.

Author - Stefan Henseke
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Ex-Fußballer Lukas Podolski will im Frühling eine neue Filiale seiner Döner-Kette Mangal in der Karl-Liebknecht-Straße 13 in Berlin-Mitte eröffnen.
Ex-Fußballer Lukas Podolski will im Frühling eine neue Filiale seiner Döner-Kette Mangal in der Karl-Liebknecht-Straße 13 in Berlin-Mitte eröffnen.Volkmar Otto

Der Döner hat der Currywurst in Berlin längst den Rang abgelaufen. Trotz erheblicher Preissteigerungen in den vergangenen Jahren. Doch jetzt scheint die Teuerungswelle erst mal gestoppt zu haben. Der Verband der Dönerproduzenten meldet punktuell sinkende Preise – vor allem beim Hähnchendöner.

Im Osten wird mehr Döner als im Westen gegessen

Laut einer YouGov-Umfrage aus dem vergangenen Jahr isst gut jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat Döner, 14 Prozent greifen sogar mehrmals zu. Überraschend: Im Osten (45 Prozent einmal pro Monat und mehr) wird viel öfter Döner bestellt als im Westen (34 Prozent).

Laut der Umfrage sind vor allem FDP-Wähler Döner-Fans, gefolgt von Anhängern von Linken und SPD. Am zurückhaltendsten sind Fast-Food-Konsumenten, die den Grünen, der CDU und CSU nahestehen. Sozusahen eine schwarz-grüne Anti-Döner-Allianz. Die einen sind zu konservativ, den anderen ist der Döner wohl nicht bio und vegan genug.

Die Zeiten, in denen ein Döner für 3 Euro als teuer galt, sind lange vorbei. In den vergangenen Jahren stiegen die Preise bundesweit stark an. 7, 8 oder noch mehr Euro für einen Döner sind heute normal. Der Nachfrage schadete das nicht. Doch besonders in Berlin gab es zuletzt erste Entspannungen bei den Preisen.

Auch Lukas Podolski eröffnet neuen Döner-Imbiss

Im bundesweiten Schnitt kostete ein Döner mit Fleisch im vergangenen Jahr 7,11 Euro. Das sind 47 Prozent mehr als vor vier Jahren. Damals lag der Durchschnittspreis noch bei 4,85 Euro. Trotzdem stieg die Zahl der Bestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent.

Vor allem in Berlin wurden die Preise bei einigen Imbissen zuletzt wieder gesenkt. „In Berlin sind derzeit punktuelle Preisrückgänge zu beobachten“, sagt Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland. Die Reduzierungen liegen zwischen 50 Cent und einem Euro pro Döner.

Der klassische Berliner Döner: In das Fladenbrot kommen gegrilltes Kalbsfleisch, Saucen und viel Gemüse.
Der klassische Berliner Döner: In das Fladenbrot kommen gegrilltes Kalbsfleisch, Saucen und viel Gemüse.Jens Kalaene/dpa

Auffällig ist das vor allem beim Hähnchendöner. Diese Variante ist in Berlin traditionell stark vertreten. „Hier haben wir in den vergangenen Monaten deutliche Preisrückgänge im Einkauf von Geflügelfleisch gesehen“, sagt Koc. Das verschaffe den Betrieben vorübergehend Spielraum.

Von einer flächendeckenden Entwicklung könne jedoch keine Rede sein. Besonders bei Neueröffnungen werde verstärkt über den Preis gearbeitet. Etablierte Standorte halten ihre Preise dagegen meist stabil.

Neben den niedrigeren Geflügelpreisen wirken laut Koc weitere Faktoren. Die abgeschwächte Inflation spielt eine Rolle. Zudem gibt es in Berlin ein großes Überangebot an Döner-Imbissen. Viele neue Standorte kommen hinzu. „Dieses Zusammenspiel führt zu intensivem Wettbewerb“, sagt Koc. Einige Anbieter setzen deshalb auf niedrigere Preise.

Noch im Frühling soll es eine große Döner-Neueröffnung in Berlin-Mitte geben. Ex-Fußballer Lukas Podolski will in der Karl-Liebknecht-Straße 13 (neben der Kaufland-Filiale) eine Filiale seiner Mangal-Kette eröffnen. Zum Start sicherlich wieder mit Döner-Schnäppchen. Bis zum Jahreswechsel nutzte Dunkin’ Donuts die Räumlichkeiten.

Das Comeback des Spargel-Döners

Eine dauerhafte Kostensenkung hält Koc aber für unwahrscheinlich. Die Kostenbasis bleibt hoch. Das gilt vor allem für Rind- und Kalbfleisch, Personal und Mieten. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Rindfleisch im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Viertel.

Für die Imbisse ergeben sich daraus auch Chancen. „Parallel zum Preiswettbewerb im unteren und mittleren Segment beobachten wir in Berlin einen klaren Qualitätstrend“, sagt Koc. Händler bieten neue Produkte wie Steak-Döner oder hochwertigere Fleischsorten an. „In diesem Segment werden Preise von 12 Euro oder mehr pro Döner aufgerufen – und vom Markt akzeptiert.“

Bei „Kebap with attitude“ in der Gipsstraße wurde im vergangenen Jahr Spargel-Döner angeboten. Dort wird der Spargel im Fladenbrot mit gegrilltem Rindfleisch, Feldsalat, Sauce Hollandaise, Erdbeer-Ingwer-Marmelade und Bärlauch-Mayonnaise serviert.
Bei „Kebap with attitude“ in der Gipsstraße wurde im vergangenen Jahr Spargel-Döner angeboten. Dort wird der Spargel im Fladenbrot mit gegrilltem Rindfleisch, Feldsalat, Sauce Hollandaise, Erdbeer-Ingwer-Marmelade und Bärlauch-Mayonnaise serviert.Veronika Hoehenstein

Und mit Beginn der Spargelzeit in wenigen Tagen wird es wohl auch wieder zum Comeback des Spargel-Döners Beelitzer Art kommen, den es auch im vergangenen Jahr bei Kebap with Attitude in Mitte (Gipsstraße 2) und Kreuzberg (Bergmannstraße 5) gab. Dieser Luxus-Döner war mit 14,90 Euro allerdings kein Schnäppchen.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema Fast Food? Bevorzugen Sie Döner, Currywurst oder was ganz Anderes? Und wie oft schlagen sie zu? Schreiben Sie uns per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.