Kleine Anfrage der Linken

RE1 vor Mega-Sperrung: Dem Bahnhof Köpenick droht die Schließung

Der neue Bahnhof Köpenick soll 2027 öffnen – doch 2029 könnte die RE1-Strecke voll gesperrt werden. Was Pendler jetzt über die Baupläne wissen müssen.

Author - Stefan Henseke
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Der Regio RE1 fährt von Magdeburg über Berlin nach Frankfurt/Oder. Ab 2029 soll der Abschnitt zwischen Berlin und Frankfurt saniert werden.
Der Regio RE1 fährt von Magdeburg über Berlin nach Frankfurt/Oder. Ab 2029 soll der Abschnitt zwischen Berlin und Frankfurt saniert werden.Rüdiger Wölk/imago

2027 soll der neue Bahnhof Köpenick eröffnet werden. Doch die Linke-Fraktion aus dem Bundestag befürchtet, dass der Bahnhof zwei Jahre später schon wieder dicht gemacht werden muss. Grund: wegen Bauarbeiten. Denn der nächsten wichtigen Bahnstrecke im Osten droht derzeit eine Vollsperrung. Die Regio-Linie RE1 zwischen Berlin-Ostkreuz und Frankfurt/Oder muss saniert werden.

Neun Monate Vollsperrung für RE1 geplant

Der RE1 kommt aus Magdeburg und fährt über Brandenburg  nach Berlin. Von Ostkreuz aus geht es dann über Erkner und Fürstenwalde  nach Frankfurt/Oder. Insgesamt zehn Stationen, 2027 soll der neue Regionalbahnhof Köpenick dazukommen.

In einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung fragen die Angeordneten der Linken: „Inwiefern und gegebenenfalls weshalb muss nach Kenntnis der Bundesregierung der Bahnhof Köpenick im Rahmen der geplanten Vollsperrung 2029 geschlossen werden, zumal er erst 2027 neu eröffnen soll?“

Die Antwort klingt für Köpenicker keinesfalls beruhigend. Eine mögliche Schließung wird in der Antwort nicht ausgeschlossen. „Zum detaillierten Sperrpausenkonzept für 2029 können seitens der DB AG derzeit noch keine belastbaren Aussagen getroffen werden, da hierfür unter anderem die Abstimmung verschiedener Einzelmaßnahmen und Projekte erforderlich ist“, heißt es ausweichend aus dem Hause des Verkehrsministers.

Am S-Bahnhof Köpenick entsteht derzeit ein rund 220 Meter langer Bahnsteig für den Regionalverkehr neben den bisherigen S-Bahnsteigen.
Am S-Bahnhof Köpenick entsteht derzeit ein rund 220 Meter langer Bahnsteig für den Regionalverkehr neben den bisherigen S-Bahnsteigen.Stefan Henseke/Berliner KURIER

Was bisher klar ist: Auf Pendler und Reisende kommt auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) ein echter Bau‑Hammer zu. Wie jetzt aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, plant die Deutsche Bahn von Januar bis September 2029 massive Arbeiten entlang der gesamten Ost‑Trasse.

Die Liste ist lang: Rund 50 neue Weichen, 90 Kilometer frische Gleise, acht neue Stellwerke, sechs erneuerte Bahnübergänge und 110 Kilometer neue Oberleitung sollen entstehen – inklusive neuer Masten. Dazu werden zwei Bahnsteige auf 210 Meter verlängert.

Weitere große Bauprojekte stehen an: Eine neue Brücke an der A10, eine neue Personenüberführung in Hangelsberg und die Ausrüstung der Strecke von Erkner bis ins polnische Kunowice mit dem modernen Zugleitsystem ETCS. Außerdem sollen drei Gleise auf 740 Meter verlängert werden, damit längere Züge fahren können.

Immerhin: Laut Deutscher Bahn konzentrieren sich die geplanten Bauarbeiten vor allem auf den Abschnitt zwischen Hangelsberg und Frankfurt (Oder). Zwischen Erkner und Hangelsberg soll es zwar ebenfalls Arbeiten geben – diese sollen aber weniger gravierend ausfallen. Bleibt es dabei, könnte der Bahnhof Köpenick außen vor bleiben.

Der Bahnhof Hangelsberg soll fit für die Zukunft gemacht werden.
Der Bahnhof Hangelsberg soll fit für die Zukunft gemacht werden.CC BY-SA 4.0/Blaufisch123/Wikimedia Commons

Allerdings heißt es auch: Welche Strecke wann dicht ist, ob komplett gesperrt oder nur eingleisig, steht noch nicht fest. Die genaue Baustellenreihung, die Wahl der Sperrart (Vollsperrung oder eingleisige Sperrung) und zeitliche Dauer der Sperrungen seien Gegenstand der laufenden Abstimmungen mit den Zugangsberechtigten, heißt es in der Vorlage an den Bundestag.

Schon derzeit bremsen Bauarbeiten den RE1 aus

Sicher ist: Es kommt zu einer Vollsperrung. Einige Arbeiten lassen sich technisch gar nicht unter eingleisigem Betrieb erledigen. Besonders heikel sind Weichenverbindungen sowie die Leit- und Sicherungstechnik – hier muss komplett gesperrt werden. Außerdem betont die DB, dass Vollsperrungen oft schneller sind: Wenn die Baucrews ohne laufenden Verkehr arbeiten können, steigt die Effizienz deutlich.

Schon derzeit ist der RE1 von Bauarbeiten betroffen. Da die Strecke der Berliner Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof bis zum  12. Dezember für Regional- und Fernzüge komplett gesperrt wurde, ist auch diese Regiolinie unterbrochen. Der RE1 fährt derzeit nur zwischen Magdeburg und Berlin-Charlottenburg sowie zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt/Oder.