Am Stadion an der Alten Försterei

Dieser Doppel-Tunnel soll die Stau-Probleme rings um die Köpenicker Bahnhofsstraße lösen

Die neue Westumfahrung soll Berlin-Köpenick vom Dauerstau befreien. Tunnel, neue Straßen, Umbauten am Bahnhof – so groß werden die Veränderungen.

Author - Stefan Henseke
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Die Mega-Baustelle an der Hämmerlingstraße (Mitte): Rechts davon sind die beiden Tunnel-Unterführungen zu sehen, im Hintergrund die Anlage des 1. FC Union mit dem Stadion Alte Försterei.
Die Mega-Baustelle an der Hämmerlingstraße (Mitte): Rechts davon sind die beiden Tunnel-Unterführungen zu sehen, im Hintergrund die Anlage des 1. FC Union mit dem Stadion Alte Försterei.Stefan Henseke/Berliner KURIER

Noch führen die Tunnel-Unterführungen ins Nichts. Doch dieser Doppel-Tunnel soll die seit Jahren schlimmen Stauprobleme rings um die Köpenicker Bahnhofstraße lösen – und dafür sorgen, dass die Fans des 1. FC Union besser ins Stadion an der Alten Försterei kommen. Der Baubeginn für die dafür benötigte Straße steht aber immer noch nicht fest, das Planfeststellungsverfahren läuft noch.

Tunnel zeigen die künftige Verkehrsroute in Köpenick

Bisher konnten sich die Fans des 1. FC Union den Verlauf der Straße, die hier gebaut werden wird, noch nicht richtig vorstellen. Doch die Tunnel weisen den Weg – gerade wenn man das Gelände aus der Luft sieht, mit dem Stadion im Hintergrund.

Durch diese beiden Unterführungen führt der Verkehr künftig in Richtung des Union-Geländes.
Durch diese beiden Unterführungen führt der Verkehr künftig in Richtung des Union-Geländes.Stefan Henseke/Berliner KURIER

Die Tunnel an der Hämmerlingstraße zeigen, wohin die Reise geht. Sie warten auf die Straße, die sie einmal verbinden soll. Die Trasse wird von der Straße An der Wuhlheide kommen, dicht am Stadion entlangführen, am Rand der Wuhlheide vorbeischneiden, den Bahndamm queren und ganz am Ende auf die Bahnhofstraße treffen. Rund 1,3 Kilometer neue Verkehrsführung, gedacht als Entlastung für die Köpenicker Staufalle Bahnhofstraße.

Der Verlauf der künftigen Straße wird bewusst eng an die Alte Försterei gerückt. Jeder Meter Wald zählt. Das Forsthaus, Unions Geschäftsstelle, bleibt stehen – nur ein Schuppen auf dem Gelände muss weichen. Direkt daneben baut Union sein neues Trainingszentrum. Der Platz auf dem Parkhausdach bekommt höhere Fangzäune – wegen der künftigen Straße, zum Schutz der Autos vor umherfliegenden Bällen.

Die Karte zeigt, wie die neue Trasse an der Straße Am Bahndamm mit den beiden Tunneln startet und entlang des Geländes des 1. FC Union zur Straße An der Wuhlheide führt.
Die Karte zeigt, wie die neue Trasse an der Straße Am Bahndamm mit den beiden Tunneln startet und entlang des Geländes des 1. FC Union zur Straße An der Wuhlheide führt.Geoportal Berlin, Bearbeitung Fromlowitz+Schilling

Die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt hatte 2023 die Planung überarbeitet, auf einen durchgehenden Mittelstreifen wird verzichtet. „Die eingesparte Fläche kommt dem Fuß- und Radverkehr sowie dem Wald zugute“, hieß es damals. Die Straße bleibt zweispurig.

Auch die anliegenden Straßen werden umgebaut. Am Bahndamm gibt es je eine Spur pro Richtung. Unter der Brücke eine Spur in Richtung An der Wuhlheide, zwei Spuren aus der Gegenrichtung. Die Schubertstraße wird zur Sackgasse.

Bahnhof Köpenick wird moderne Verkehrsdrehscheibe

Die Straßenführung von Hämmerlingstraße und der Schmalen Straße ändert sich nicht. Die Rudolf-Rühl-Allee dagegen soll später laut Senatsverwaltung weitestgehend zurückgebaut werden – aber erst dann, wenn die geplante TVO zwischen Spindlersfelder Straße und Biesdorf fertig ist. Doch da liegt der Baubeginn noch in weiter Ferne.

Die Bahn baut parallel am neuen Regionalbahnhof Köpenick. Die beiden Tunnel dort sind Teil der künftigen Verkehrsführung – auch wenn sie heute noch im Wald enden.

Am S-Bahnhof Köpenick entsteht ein rund 220 Meter langer Bahnsteig (links) für den Regionalverkehr neben den bisherigen S-Bahnsteigen (rechts). Geplant sind insgesamt drei Zugänge.
Am S-Bahnhof Köpenick entsteht ein rund 220 Meter langer Bahnsteig (links) für den Regionalverkehr neben den bisherigen S-Bahnsteigen (rechts). Geplant sind insgesamt drei Zugänge.Stefan Henseke/Berliner KURIER

Am Bahnhof Köpenick wächst eine neue Verkehrsdrehscheibe heran. Ein 220 Meter langer Regionalbahnsteig entsteht, dazu drei Zugänge. Die Bahn baut ein elektronisches Stellwerk und neue Stützbauwerke. Westlich der Bahnhofstraße kommt ein zusätzlicher Zugang zur S‑Bahn und zum Regionalbahnsteig, östlich entsteht eine neue Unterführung für Fußgänger – mit direkten Wegen zu beiden Bahnsteigen.

Großumbau am Stadion startet nach Saison 2026/2027

Lärmschutzwände (rot-weiß in den Farben des 1. FC Union) wurden nur entlang der Bahngleise gebaut. Für die neue Straße sind keine vorgesehen. Die Berechnungen zeigen laut Verkehrsverwaltung keinen Nutzen. Stattdessen soll ein lärmmindernder Straßenbelag eingesetzt werden. Die Schallschutzmaßnahmen der Bahn bleiben unverändert.

Seitdem am S-Bahnhof Köpenick gebaut wird, ist die Bahnhofstraße noch mehr zugestaut als früher.
Seitdem am S-Bahnhof Köpenick gebaut wird, ist die Bahnhofstraße noch mehr zugestaut als früher.Gerd Engelsmann

Ziel der neuen Westumfahrung ist es, den Durchgangsverkehr aus der Bahnhofstraße und der Lindenstraße herauszunehmen. Die Einkaufsstraße soll Platz für Straßenbahn, Bus, Radfahrer und Fußgänger gewinnen. Breitere Seitenräume, bessere Anbindung an den Wuhletalwanderweg, weniger Belastung für Anwohner.

Nicht nur die Straße wird neu gebaut werden, sondern auch das Stadion An der Alten Försterei. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans ist für Januar/Februar 2027 geplant, Teile des alten Stadions (Waldseite, Gegengerade, Gästeseite) sollen mit dem Ende der Saison 2026/2027 abgerissen werden. Dann sollte auch der Neubau der Straße beginnen, damit alles gleichzeitig fertig wird.

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