Noch führen die Tunnel-Unterführungen ins Nichts. Doch dieser Doppel-Tunnel soll die seit Jahren schlimmen Stauprobleme rings um die Köpenicker Bahnhofstraße lösen – und dafür sorgen, dass die Fans des 1. FC Union besser ins Stadion an der Alten Försterei kommen. Der Baubeginn für die dafür benötigte Straße steht aber immer noch nicht fest, das Planfeststellungsverfahren läuft noch.
Tunnel zeigen die künftige Verkehrsroute in Köpenick
Bisher konnten sich die Fans des 1. FC Union den Verlauf der Straße, die hier gebaut werden wird, noch nicht richtig vorstellen. Doch die Tunnel weisen den Weg – gerade wenn man das Gelände aus der Luft sieht, mit dem Stadion im Hintergrund.

Die Tunnel an der Hämmerlingstraße zeigen, wohin die Reise geht. Sie warten auf die Straße, die sie einmal verbinden soll. Die Trasse wird von der Straße An der Wuhlheide kommen, dicht am Stadion entlangführen, am Rand der Wuhlheide vorbeischneiden, den Bahndamm queren und ganz am Ende auf die Bahnhofstraße treffen. Rund 1,3 Kilometer neue Verkehrsführung, gedacht als Entlastung für die Köpenicker Staufalle Bahnhofstraße.
Der Verlauf der künftigen Straße wird bewusst eng an die Alte Försterei gerückt. Jeder Meter Wald zählt. Das Forsthaus, Unions Geschäftsstelle, bleibt stehen – nur ein Schuppen auf dem Gelände muss weichen. Direkt daneben baut Union sein neues Trainingszentrum. Der Platz auf dem Parkhausdach bekommt höhere Fangzäune – wegen der künftigen Straße, zum Schutz der Autos vor umherfliegenden Bällen.

Die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt hatte 2023 die Planung überarbeitet, auf einen durchgehenden Mittelstreifen wird verzichtet. „Die eingesparte Fläche kommt dem Fuß- und Radverkehr sowie dem Wald zugute“, hieß es damals. Die Straße bleibt zweispurig.
Auch die anliegenden Straßen werden umgebaut. Am Bahndamm gibt es je eine Spur pro Richtung. Unter der Brücke eine Spur in Richtung An der Wuhlheide, zwei Spuren aus der Gegenrichtung. Die Schubertstraße wird zur Sackgasse.
Bahnhof Köpenick wird moderne Verkehrsdrehscheibe
Die Straßenführung von Hämmerlingstraße und der Schmalen Straße ändert sich nicht. Die Rudolf-Rühl-Allee dagegen soll später laut Senatsverwaltung weitestgehend zurückgebaut werden – aber erst dann, wenn die geplante TVO zwischen Spindlersfelder Straße und Biesdorf fertig ist. Doch da liegt der Baubeginn noch in weiter Ferne.
Die Bahn baut parallel am neuen Regionalbahnhof Köpenick. Die beiden Tunnel dort sind Teil der künftigen Verkehrsführung – auch wenn sie heute noch im Wald enden.

Am Bahnhof Köpenick wächst eine neue Verkehrsdrehscheibe heran. Ein 220 Meter langer Regionalbahnsteig entsteht, dazu drei Zugänge. Die Bahn baut ein elektronisches Stellwerk und neue Stützbauwerke. Westlich der Bahnhofstraße kommt ein zusätzlicher Zugang zur S‑Bahn und zum Regionalbahnsteig, östlich entsteht eine neue Unterführung für Fußgänger – mit direkten Wegen zu beiden Bahnsteigen.
Großumbau am Stadion startet nach Saison 2026/2027
Lärmschutzwände (rot-weiß in den Farben des 1. FC Union) wurden nur entlang der Bahngleise gebaut. Für die neue Straße sind keine vorgesehen. Die Berechnungen zeigen laut Verkehrsverwaltung keinen Nutzen. Stattdessen soll ein lärmmindernder Straßenbelag eingesetzt werden. Die Schallschutzmaßnahmen der Bahn bleiben unverändert.

Ziel der neuen Westumfahrung ist es, den Durchgangsverkehr aus der Bahnhofstraße und der Lindenstraße herauszunehmen. Die Einkaufsstraße soll Platz für Straßenbahn, Bus, Radfahrer und Fußgänger gewinnen. Breitere Seitenräume, bessere Anbindung an den Wuhletalwanderweg, weniger Belastung für Anwohner.




