Er war Architekt der größten Union-Jahre aller Zeiten. Jetzt kehrt Urs Fischer (59) erstmals nach Köpenick zurück. Für Fans, Spieler und Bosse des 1. FC Union Berlin wird das Wiedersehen mit dem Schweizer ein emotionaler Drahtseilakt. Denn Fischer ist Vergangenheit. Und zugleich noch immer Gegenwart.
Urs Fischer lässt den 1. FC Union leiden. Nicht aus Bosheit. Sondern weil es gar nicht anders geht.
Erstmals seit seinem Abschied kehrt der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte zurück nach Köpenick – nun als Retter des FSV Mainz 05. Ein Comeback, das bei Union tiefer schneidet als jedes andere. Fünfeinhalb Jahre, die von der 2. Liga bis in die Champions League führten, lassen sich nicht einfach abschütteln. Fischer bleibt Union. Für immer.
Urs Fischer: Der Architekt der Union-Erfolge kehrt zurück
Gerade deshalb wird dieses Wiedersehen so brutal. Für die Fans auf den Rängen. Für die Spieler auf dem Platz. Und für den Klub, der längst in eine neue Zukunft marschieren muss. Trotz aller Dankbarkeit. Trotz aller Erinnerungen.

Auch Fischer selbst versuchte, Abstand zu gewinnen. Seit der Trennung war er nicht mehr in Berlin, hielt keinen Kontakt nach Köpenick. Doch sein Schatten ist geblieben. Der Name Fischer fällt bis heute regelmäßig an der Wuhle. Und das nicht ohne Grund.
Emotionen pur: Mainz-Coach trifft auf seine alte Liebe
Ehemalige Weggefährten beschreiben, warum dieser Trainer Union geprägt hat wie kein anderer. „Er hatte ein unglaubliches Gespür für die Mannschaft und wusste immer, was wichtig ist“, sagt Grischa Prömel, heute bei der TSG Hoffenheim. „Er blieb sich selbst treu.“

Michael Parensen, Geschäftsführer Sport bei Sturm Graz, betont: „Urs war immer authentisch und behandelte jeden gleich – egal ob Erfolg oder Krise.“ Und Leverkusens Robert Andrich erinnert sich: Die Mischung aus Schweizer Ruhe und kompromisslosem Einsatz für das Kollektiv habe Fischer besonders ausgezeichnet. Der Austausch sei stets offen und ehrlich gewesen.
Warum das Wiedersehen für Union so schmerzhaft wird
Genau diese Eigenschaften machen ihn nun so gefährlich. Viele Spieler, die Fischer aufgebaut oder aus Krisen geführt hat, stehen noch immer im Union-Kader. Unter Steffen Baumgart. Gegen Mainz. Gegen Urs.



