Der 1. FC Union Berlin gewinnt seinen einzigen Test vor dem Bundesliga-Restart mit 2:1 (2:0) bei Erzgebirge Aue – nach zweimal 60 Minuten, bei minus fünf Grad und unter erschwerten Bedingungen. Zum 54. Geburtstag von Trainer Steffen Baumgart zeigen die Köpenicker vieles, was Mut macht. Und einiges, was weiter Sorgen bereitet.
Klirrende Kälte, Schneereste am Rand, harter Boden. Willkommen zum XXL-Bibber-Test des 1. FC Union im Erzgebirge. Baumgart bekommt zu seinem Geburtstag kein warmes Wohnzimmer, sondern einen ehrlichen Härtetest in Sachsen. Und der liefert Antworten. Gute. Und unbequeme.
Geburtstag im Bibber-Test: Baumgart sieht Licht und Schatten
Union startet vor 2332 frierenden Zuschauern ohne Rani Khedira (krank) und Tom Rothe (angeschlagen), aber dennoch mit der gefühlten A-Elf – und sofort mit Zug. Nach nur sechs Minuten schlägt es ein. Aljoscha Kemlein schiebt entschlossen und sinnbildlich für einen konzentrierten Auftritt zum 1:0 ein (6.). Das Tor sorgt für Selbstvertrauen. Union lässt in der Defensive nichts zu, vorn rollt der Ball meist flüssig. Mainz (Sonnabend, 15.30 Uhr) kann kommen? Noch nicht ganz.

Denn was folgt, ist ein altbekanntes Muster. Tore bleiben trotz bester Chancen Mangelware. Andrej Ilic scheitert frei vor dem Tor (24.), Leopold Querfeld verzieht aus zwölf Metern kläglich (28.). Ganz klar: Der eiserne Chancenwucher feiert am Baumgart-Geburtstag mit.
Union siegt in Aue, doch Chancenwucher bleibt ein Problem
Der Drittligist kommt erst in der 48. Minute erstmals gefährlich vor das Tor und hat gleich die Monster-Chance. Doch Matheo Raab pariert stark (48.). Kurz darauf zeigt Union, dass die Standardstärke über Weihnachten nicht verloren gegangen ist. Oliver Burke trifft nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel zum verdienten 2:0 (54.). Effizient? Nur punktuell.

Denn selbst danach lässt Union das 3:0 liegen. Kemlein trifft nur den Pfosten (57.), Burke verspielt eine Überzahl brutal fahrlässig (60.).
Vor dem Restart gegen Mainz wartet noch viel Arbeit auf Union
Nach dem Seitenwechsel flacht die Partie ab. Viele Wechsel, weniger Tempo, kaum Druck. Keiner aus der zweiten Reihe drängt sich auf. Baumgart sieht, was er wollte – und was ihm fehlt. Raab (63.) und später Carl Klaus retten mehrfach in höchster Not (87., 104.).
Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Quentin Fraulob (108.) wackelt Union kurz und hat Glück, dass Aue kurz vor Schluss (120.) nicht doch noch zum Ausgleich trifft.
So spielte der 1. FC Union: Rönnow (42. Raab) – Doekhi, Querfeld, Leite – Trimmel, Kemlein, Haberer, Burcu, Köhn – Burke, Ilic


