Er trifft nicht – aber er rennt allen davon. Oliver Burke sprintet sich beim 1:1 des 1. FC Union Berlin gegen den FC St. Pauli in den Bundesliga‑Olymp. Doch genau dieser Rekord zeigt auch das große Problem der Eisernen.
Oliver Burke wird in Köpenick mit 37 km/h geblitzt
Oliver Burke rennt. Und wie. 37 km/h zeigt die Anzeige im Stadion An der Alten Försterei. Ein Wert, der selbst in der Bundesliga Seltenheitswert hat. Seit Beginn der offiziellen Messungen in der Saison 2020/21 war nur einer schneller: Frankfurts Jean‑Mattéo Bahoya mit 37,16 km/h.
Alle anderen Sprint‑Stars der Liga hängt Burke ab: Alphonso Davies, Karim Adeyemi, Loïs Openda. Allesamt pfeilschnell – aber doch langsamer als Burke an diesem Nachmittag in Köpenick.
Oliver Burke lässt alle stehen – aber trifft nicht
Das ist spektakulär. Und messbar bis ins Detail. 16 bis 20 optische Kameras erfassen in jedem Stadion die Position der Spieler – 35‑mal pro Sekunde. Daraus wird der Speed berechnet. Zusätzlich tragen die Profis Sensoren als GPS‑Tracker in ihren Westen, die jede Bewegung registrieren.

Für die Eisernen ist Burkes Speed‑Spektakel dennoch ernüchternd. Denn was bringt der schnellste Mann der Liga, wenn am Ende kein Tor fällt? Genau das ist das Problem von Union Berlin – und von Oliver Burke.
Burke bei Union Berlin: Tempo top, Abschluss ein Flop
Der Schotte bekommt nach seinem ablösefreien Wechsel von Werder Bremen einen gut dotierten Vierjahresvertrag, bringt Tempo und Tiefe. Doch im Strafraum fehlt die Konsequenz. Vier Tore, eine Vorlage – das liest sich ordentlich. Aber drei Treffer fallen in einem einzigen Spiel, beim 4:3‑Spektakel in Frankfurt. Doch seit dem 12. Dezember, seit dem Heimspiel gegen RB Leipzig (3:1), wartet Burke auf ein Erfolgserlebnis. Zu lange für einen Stürmer.

Dabei bekommt er gegen St. Pauli seine Chance. Nach zwei Spielen ohne Einsatz stellt Trainer Steffen Baumgart ihn wieder in die Startelf. 79 Minuten steht Burke auf dem Platz, gibt drei Torschüsse ab, kommt auf 25 Ballkontakte. Er arbeitet. Er läuft. Er sprintet. Aber er trifft nicht.
Union Berlin fehlt die Durchschlagskraft im Angriff
Und genau das spürt man diesem Spiel an. Union ackert, kämpft, investiert – aber im letzten Drittel fehlt die Durchschlagskraft. Die Wucht, die Spiele entscheidet. Burke steht sinnbildlich dafür. Ein Spieler mit Tempo für die Highlights – aber ohne die Tore für die Tabelle.



