Der 1. FC Union Berlin holt gegen den FC St. Pauli nur ein 1:1 (0:1) – und produziert danach trotzdem Schlagzeilen. Ein Social‑Media‑Post der Eisernen sorgt mal wieder für Gesprächsstoff. Der Ton: spitz. Die Wirkung: heikel.
Union Berlin mit Instagram‑Post nach dem Remis
Union spielt nur Remis – und teilt trotzdem aus.
Kurz nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli sorgt ein Instagram‑Post für Aufsehen. Zu sehen: ein bekanntes Meme aus der US‑Serie „The Office“. Zwei Männer, die sich die Hand reichen – wie bei einem Deal. Darüber zwei Zeilen Text, klar und provokant gesetzt: links „Wolfsburg‑Abstieg“, rechts „St. Pauli einen Punkt schenken“.
Union Berlin will, dass der VfL Wolfsburg absteigt
Die Botschaft ist eindeutig. Und sie sitzt. Union stellt das eigene Remis fast schon als Geschenk dar. Ein Punkt für St. Pauli – und damit indirekt Hilfe für ein Szenario, das in Köpenick offenbar niemand traurig machen würde: Der VfL Wolfsburg spielt schon bald in der 2. Bundesliga.
Fakt ist: Der VfL Wolfsburg steckt tief in der Krise, ist für Union ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt – und ein leichtes Mobbing-Opfer. Wolfsburg, das Produkt des VW‑Konzerns, ist schließerlich bei vielen Fußballfans nicht besonders beliebt.
Union Berlin polarisiert und steht in der Kritik
St. Pauli dagegen wird im Post fast augenzwinkernd verklärt. Kultklub, Sympathieträger, in diesem Fall der „Partner“ im Meme‑Deal. Einer, dem man den Punkt gönnt – oder ihn eben „schenkt“.

Fakt ist auch: Es ist nicht das erste Mal, dass die Social‑Media‑Abteilung der Eisernen bewusst provoziert. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Beiträge, die aneckten. Über das Frankfurter Bahnhofsviertel oder über eine eingestürzte Dresdner Brücke. Mal humorvoll, mal grenzwertig, mal drüber.
Union Berlin verpasst gegen St. Pauli Befreiungsschlag
Klar ist ebenfalls: Über Geschmack lässt sich streiten. Während einige Fans den Humor feiern, wirkt der Beitrag für andere deplatziert. Zu viel Ironie, zu wenig Demut. Vor allem, weil Union selbst mitten im Abstiegskampf steckt – und sportlich wenig Grund zum Spötteln hat.

Beim 1:1 gegen St. Pauli zeigt Union Einsatz, aber erneut zu wenig Durchschlagskraft. Viel Aufwand, wenig Ertrag. Ein Traumtor bringt die Gäste in Führung, Ilic gleicht nach der Pause per Kopf aus – mehr gelingt nicht.
Abstiegskampf kennt keine Ablenkung
Und genau das ist das Problem. Denn ein Sieg hätte ein Befreiungsschlag sein können. Stattdessen bleibt es beim Punkt. Zu wenig im Abstiegskampf. Trainer Steffen Baumgart: „Ich bin nicht ganz zufrieden. Vor dem Spiel hätten wir natürlich gerne mehr gehabt. Es ist aber ein ein Teilerfolg, den wir gerne mitnehmen.“


