Einfach eisern

Kampfsport in Köpenick: Baumgart bei Union Berlin auf Zingler-Linie

Trainer Steffen Baumgart liefert das, was Präsident Dirk Zingler fordert. Und genau das könnte im Abstiegskampf den Unterschied machen.

Author - Sebastian Schmitt
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Trainer Steffen Baumgart lebt an der Seitenlinie die Intensität vor, die er bei Union Berlin auf dem Platz sehen will.
Trainer Steffen Baumgart lebt an der Seitenlinie die Intensität vor, die er bei Union Berlin auf dem Platz sehen will.IMAGO/O.Behrendt

Der 1. FC Union Berlin ringt St. Pauli ein 1:1 ab – und zeigt dabei genau das Gesicht, das in Köpenick verlangt wird. Kein Glanz, kein Zauber, dafür Kampf, Wucht und klare Mittel. Trainer Steffen Baumgart liefert, was Präsident Dirk Zingler fordert. Und genau das könnte im Abstiegskampf der Bundesliga den Unterschied machen.

Union Berlin spielt wieder wie Union Berlin

Schön war das nicht. Aber genau darum geht es bei Union Berlin auch nicht.

Nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli ist klar: Die Eisernen haben ihre Identität wiedergefunden. Einsatz, Wille und Zweikämpfe – das, was die Fans zuletzt in Gladbach (0:1) und gegen Werder Bremen (1:4) schmerzlich vermissten, ist zurück. Und damit auch die klare Linie des Klubs.

Denn Präsident Dirk Zingler hat längst klargemacht, wohin die Reise geht. „Wir sind pragmatisch und wollen keinen Fußball, der ein hohes Risiko verlangt.“ Und weiter: „Weiterentwicklung im Fußballerischen wird es bei Union nicht geben. Für uns geht es darum, mit unseren Mitteln erfolgreichen Fußball zu spielen.“

Baumgart bei Union Berlin auf Linie mit Zingler

Eine klare Ansage aus der Führungsetage. Und Baumgart liefert. Der Trainer hat seine Mannschaft nach dem kurzen Hänger wieder eingefangen. Kein Schönspiel, keine Experimente – sondern klare Abläufe, einfache Bälle, maximale Intensität.

Präsident Dirk Zingler verfolgte die Partie des 1. FC Union Berlin gegen St. Pauli gemeinsam mit Aufsichtsratschef Thomas Koch.
Präsident Dirk Zingler verfolgte die Partie des 1. FC Union Berlin gegen St. Pauli gemeinsam mit Aufsichtsratschef Thomas Koch.IMAGO/Matthias Koch

Genau das sieht auch der Gegner. Union habe „den einfachen Ball gut gespielt“ und „gestresst“, heißt es von St. Pauli. Ein Kompliment, das Baumgart gerne annimmt. „Ich bin mir relativ sicher, dass jeder, der gegen uns spielt, weiß, dass er nicht gerne gegen uns spielt“, sagt der Coach. „Weil wir einfache und klare Mittel haben.“

FC St. Pauli stöhnt über Union Berlin

Und dann folgt von Baumgart der Satz, der Union erklärt: „Fußball ist nicht Hacke, eins, zwei, drei.“ Kurzum: Baumgart spricht aus, was Zingler fordert. Und er geht noch weiter: „Fußball ist ein Kampfsport, wo es um Intensität, Laufbereitschaft und Zweikämpfe geht.“

Sieht nach Ringen aus, ist aber Union-Fußball: Vize-Kapitän Rani Khedira zeigt gegen St. Pauli, worauf es in Köpenick ankommt.
Sieht nach Ringen aus, ist aber Union-Fußball: Vize-Kapitän Rani Khedira zeigt gegen St. Pauli, worauf es in Köpenick ankommt.IMAGO/Michelle Luka

Kampfsport in Köpenick. Genau das hat gegen St. Pauli wieder funktioniert. Union wirkte griffig, unangenehm, präsent. Kein Zufall, dass Baumgart am Ende sagt: „Mir fällt es schwer, nicht zufrieden zu sein.

Union Berlin will mit Kampfsport in Heidenheim punkten

Und trotzdem bleibt ein zentrales Problem: Das Toreschießen fällt Union weiter brutal schwer. Am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) geht es zum 1. FC Heidenheim, Tabellenletzter und direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt.

Union-Fans können trotzdem guter Dinge sein. Denn hier braucht es genau das, wofür Union Berlin steht und was der Klub aktuell wieder zeigt. Spielerisch werden die Köpenicker den Klassenerhalt kaum schaffenMit Kampfsport gelingt das seit sechs Jahren.