Ein letztes Mal in Halle

TV-Stars wütend über das plötzliche Ende von „Polizeiruf 110“

Die Halle-Trilogie im „Polizeiruf 110“ endet überraschend, trotz starker Quoten. Warum die Absetzung die Schauspieler trifft und was sie dazu sagen.

Author - Mariella Mandurino
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Am Sonntagabend läuft der letzte „Polizeiruf 110“ aus Halle mit Peter Schneider (links, als Michael Lehmann) und Peter Kurth (als Henry Koitzsch).
Am Sonntagabend läuft der letzte „Polizeiruf 110“ aus Halle mit Peter Schneider (links, als Michael Lehmann) und Peter Kurth (als Henry Koitzsch).Felix Abraham/MDR/filmpool fiction

Es wird ein letzter nervenkitzelnder Fall. Am Sonntagabend wirft der „Polizeiruf 110“ den „Tatort“ aus dem Programm. Mit der Folge „Der Wanderer zieht von dannen“ nimmt die Halle-Trilogie ein Ende.

Hauptdarsteller waren überrascht vom Serien-Aus

Im Mai 2021 lösten Michael Lehmann (Peter Schneider, 51) und Henry Koitzsch (Peter Kurth, 68) ihren ersten Fall in Halle an der Saale. Jetzt geht es für die Kommissare in ein letztes gemeinsames Abenteuer.

Was für die Filmfiguren spannend klingt, war für die Hauptdarsteller Peter Schneider und Peter Kurth wohl eher ein Schock. Obwohl die Quoten bei Teil 1 und 2 mit rund acht Millionen Zuschauern hervorragend waren, wurde die Serie plötzlich abgesetzt. Für Kurth und Schneider ein Schock.

Im Gespräch mit dem Berliner KURIER sagt Peter Kurth: „Ich habe die Folge schon gesehen und ich bin damit absolut einverstanden. Es ist mein Herzensprojekt und das ist sehr schön aufgegangen. Mit Beendigung eines Projektes ist die Traurigkeit immer da, aber das Leben geht weiter.“

Doch hinter den Kulissen sah die Kommunikation über das Ende ganz anders aus. „Von der Kommunikation her lag da einiges im Argen. Ich hatte noch in Erinnerung, dass es hieß: Nach drei oder vier Fällen reden wir noch mal darüber. Aber dieses Gespräch fand einfach gar nicht statt“, so Kurth zur Zeitschrift Hörzu.

Mit „Der Wanderer zieht von dannen“ nimmt die Halle-Trilogie ein Ende.
Mit „Der Wanderer zieht von dannen“ nimmt die Halle-Trilogie ein Ende.Felix Abraham/MDR/filmpool fiction

Kollege Peter Schneider ärgert sich ebenfalls, wütet: „Ich verstehe es vor allem nicht, weil es gerade diese ‚Quote-Ost‘-Bewegung gibt, wo man sagt: 20 Prozent der Bevölkerung sind ostsozialisiert, also sollten die Geschichten über den Osten bzw. Menschen und Städte und Krimifälle im Osten, auch von Leuten erzählt werden, die hier sozialisiert wurden.“

Das ganze Team komme aus Ostdeutschland und habe ein anderes Verständnis für die Bürger im Osten, findet Schneider. „Insofern verstehe ich das wirklich nicht, zumal es so ein Erfolg war und wir diese Preise bekommen haben. Eigentlich könnte der MDR stolz darauf sein“, erzählt der Schauspieler.

Für die erste Folge der Trilogie gewann der „Polizeiruf 110“ mit Kurth und Schneider den Deutschen Fernsehkrimi-Preis. Umso mehr ärgert es die Schauspieler, dass die Serie trotz des großen Erfolgs eingestellt wird.

„Polizeiruf 110“ ist das ostdeutsche Pendant zum „Tatort“

Der „Polizeiruf 110“ wurde 1971 im Deutschen Fernsehfunk der DDR gestartet und diente als sozialistische Alternative zum westdeutschen „Tatort“. Die Reihe sollte mehr Spannung ins DDR-Programm bringen. Nach der Wiedervereinigung führten mehrere ARD-Sender das Format weiter.

Die letzte Folge aus Halle an der Saale läuft am Sonntag, 15. Februar 2026, um 20.15 Uhr in der ARD.

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