Das Baby-Glück von Unionsfraktionschef Jens Spahn (46, CDU) entwickelt sich immer mehr zur politischen Belastung. Nachdem bekannt wurde, dass Spahn und sein Ehemann Daniel Funke (44) mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind, wächst der Druck aus den eigenen Reihen. Jetzt fordert erstmals ein CDU-Landesverband offen seinen Rücktritt.
Baby-Glück löst Grundsatzdebatte in der CDU aus
Wie die Bild-Zeitung berichtet, kommt die schärfste Kritik aus Mecklenburg-Vorpommern. Der dortige CDU-Landeschef Daniel Peters (44), zugleich Mitglied des CDU-Bundesvorstands, hält Spahn als Fraktionsvorsitzenden für nicht mehr haltbar.

„Jens Spahn hat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine besondere Vorbildfunktion innerhalb der Union. Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt. Zudem nimmt er für sich in Anspruch, als Privatperson ganz anders handeln zu können als er als CDU-Mandatsträger abstimmt. Das geht überhaupt nicht“, sagt Peters der Bild.
Der CDU-Politiker legt sogar nach: „Die CDU steht für Glaubwürdigkeit und Klarheit, gerade in ethisch sensiblen Fragen. Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion nicht mehr tragbar und muss zurücktreten.“
Auslöser der Debatte ist das private Familienglück des CDU-Politikers. Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch in der Zeitung publik gemacht, dass sie Eltern geworden sind: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm.“ Brisant: Das Kind wurde von einer Leihmutter in den USA ausgetragen.
Die Nachricht löste innerhalb von CDU und CSU eine heftige Diskussion aus. Hintergrund: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Kritiker werfen Spahn deshalb Doppelmoral vor.

Jens Spahn sprach sich 2020 selbst für ein Verbot aus
Besonders brisant: Jens Spahn hatte sich während seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister 2020 gegen eine Aufhebung des Verbots der Leihmutterschaft ausgesprochen.
Auch auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar dieses Jahres wurde auf Antrag der Frauen-Union beschlossen, „Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern“. An dem Parteitag nahm auch Spahn teil.



