Plötzlich bleibt der Hund vor der Treppe stehen, springt nicht mehr ins Auto oder läuft morgens wie eingerostet. Viele Halter denken: Er wird eben alt. Doch genau das kann ein fataler Irrtum sein. Denn hinter solchen scheinbar harmlosen Veränderungen steckt oft Arthrose. Es ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, unter der viele Hunde lange still leiden.
Diese sechs Veränderungen sollten Hundehalter ernst nehmen
So wie wir auf unsere Mitmenschen achten, sollten wir auch auf unsere Vierbeiner schauen. Denn bei ihnen beginnt Arthrose meist genauso schleichend, wie bei uns. Der Hund braucht morgens länger oder legt sich vorsichtiger hin. Es sieht alles nicht dramatisch aus, bereitet unserem felligen Freund aber Schmerzen.

„Genau wie wir Menschen leiden Hunde unter Arthrose“, sagt Prof. Martin Kramer (65), Leiter der Chirurgie in der Gießener Klinik für Kleintiere, im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Besonders tückisch: Die Tiere jammern meist nicht, sondern passen ihr Verhalten an. Doch an verschiedenen Symptomen können Sie erkennen, ob Ihr Hund an Arthrose leidet.
Symptom 1: Der Hund läuft steif los. Viele Hunde mit Arthrose wirken nach dem Schlafen wie eingerostet. Die ersten Schritte sind stockend, ungelenk oder sichtbar mühsam. Erst nach kurzer Bewegung wird es besser. Dieses „Einlaufen“ ist eines der typischsten Warnzeichen.
Symptom 2: Treppen werden zum Problem. Bleibt ein Hund auf einmal vor den Stufen stehen, zögert oder sucht lieber einen Umweg, sollte das aufmerksam machen. Treppen belasten die Gelenke stark und viele Hunde vermeiden sie, wenn sie Schmerzen haben.
Symptom 3: Das Aufstehen fällt schwer. Schnaufen, Stöhnen oder sichtbare Mühe beim Hochkommen. Genau das kann ein Hinweis darauf sein, dass der Hund unter bestimmten Bewegungen leidet.
Springen, ausbleibendes Kuscheln und verändertes Verhalten können Anzeichen für Arthrose sein
Symptom 4: Ihr Vierbeiner kann nicht mehr Springen. Früher ein Satz auf die Rückbank, heute nur noch ein zögernder Blick? Auch das kann ein Warnsignal sein. Viele Hunde vermeiden Sprünge, weil sie gelernt haben, dass genau diese Bewegungen wehtun.

Symptom 5: Der Hund zieht sich zurück. Schmerzen verändern nicht nur die Bewegung, sondern oft auch das Verhalten. Manche Tiere knurren schneller, bellen häufiger oder wollen plötzlich ihre Ruhe. Nicht, weil sie schwierig geworden sind, sondern weil ihnen etwas weh tut.
Symptom 6: Ihr Hund scheut sich vor Berührungen. Früher haben Sie viel gekuschelt, es war ganz oben auf dem Tagesprogramm. Doch wenn ein Hund an Hüfte, Rücken oder Gelenken plötzlich zurückzuckt, sich wegdreht oder sich dort nicht mehr anfassen lassen will, sollte das ernst genommen werden.
Tierpsychologin und Hundetrainerin Stephanie Lang von Langen (49) warnt davor, solche Veränderungen einfach hinzunehmen. „All diese Anzeichen wirken unspektakulär. Sie schleichen sich ein. Man gewöhnt sich daran. Doch genau das ist das Problem. Denn unbehandelt leiden die Tiere weiter, Tag für Tag“, sagt sie zur Bild.

Vor allem sollten Besitzer darauf achten, auch wenn ihr Vierbeiner noch sehr jung ist. Genauso wie bei Menschen ist Arthrose nicht unbedingt eine Alterserscheinung. Das Verhalten der Tiere sollte also unbedingt beobachtet werden. Verändert sich etwas ganz plötzlich, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Dann sollten Sie den Tierarzt aufsuchen
Prof. Kramer rät: „Wenn das Tier lahmgeht oder Schmerzäußerungen zeigt, sollte man zum Haustierarzt gehen. Besteht die Lahmheit dauerhaft, muss geröntgt werden, um eine korrekte Diagnose zu erhalten. Damit kann über die weitere Vorgehensweise entschieden werden.“ Wichtig ist: Nicht jede Auffälligkeit bedeutet automatisch Arthrose. Auch Kreuzbandprobleme, Hüftdysplasie oder andere Erkrankungen können dahinterstecken. Gerade deshalb ist eine klare Diagnose so wichtig.



