Der Frühling ist da und mit ihm kommt auch ein ungebetener Gast, der für Hunde zur echten Gefahr werden kann. Ab Mitte April krabbeln die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus ihren Nestern und können für Hunde beim Spaziergang im Wald eine tödliche Gefahr werden.
Nesselgift kann für Hunde tödlich sein
Was die Raupen des Nachtfalters so gefährlich macht, sind ihre winzigen Brennhaare. Diese Haare sind so fein, dass man sie kaum sieht. Aber sie haben es in sich. „Mit jeder Häutung nimmt die Anzahl und Länge der Brennhaare zu und somit auch die Gefahr für den Hund, mit diesen in Berührung zu kommen“, sagt Dr. Sabrina Karl, Heimtier-Expertin der Stiftung für Tierschutz Vier Pfoten.
Im letzten Larvenstadium tragen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, die in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg besonders stark verbreitet sein werden, Millionen dieser mikroskopisch kleinen Haare, die ein stark reizendes Nesselgift enthalten. Kommt ein Hund damit in Kontakt, setzen sich die Härchen mit Widerhaken in Haut und Schleimhäuten fest. Und das kann dramatische Folgen haben.

„Die gefährlichen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können bei Hunden starken Juckreiz, Hautausschläge oder sogar Fieber und Erbrechen hervorrufen“, warnt Dr. Karl. Auch Bindehautentzündungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock sind möglich.
Sabrina Karl: „Im schlimmsten Fall kann ein Erstickungstod die Folge sein. Zeigt Ihr Tier Anzeichen dieser Symptome, suchen Sie unbedingt schnellstmöglich einen Tierarzt auf.“
Nester des Eichenprozessionsspinners sind gefährlich
Hunde erkunden ihre Umgebung mit der Nase. Genau das kann ihnen im Frühling in Gegenden mit Eichenbäumen zum Verhängnis werden. „Vermeiden Sie nach Möglichkeit Spaziergänge mit Ihrem Hund in Gegenden mit vielen Eichen und halten Sie Ihren Hund von Bäumen fern, die befallen sein könnten“, rät Dr. Karl.
Auch die Nester selbst sind ein Risiko. Sie kleben kuppel- oder tropfenförmig an Stämmen, sind erst seidig weiß, später braun. Auch sie enthalten massenhaft Brennhaare. Sabrina Karl: „Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund keine Nester beschnuppert, daran schleckt oder knabbert.“

Fühlen sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners bedroht, werfen sie ihre Brennhaare aktiv ab. Die Härchen können meterweit fliegen und bleiben lange in der Umgebung. Deshalb gilt: „Schauen Sie deshalb genau, wo Ihr Hund schnüffelt oder herumtollt. Nehmen Sie Ihr Tier in betroffenen Gebieten unbedingt an die kurze Leine“, empfiehlt Dr. Karl.
Hundebesitzer sollten auch die Warnhinweise der Behörden in Parks und Wäldern beachten. Denn ein einziger Kontakt mit den Brennhaaren kann für Vierbeiner lebensbedrohlich werden.


