Auch in der Hauptstadt ist man vor ihm nicht sicher: dem Eichenprozessionsspinner. Das ungeliebte Insekt hatte allein im Bezirk Charlottenburg im vergangenen Jahr rund 350 Bäume stark befallen. Folge: In Parks und auf Grünanlagen wurden Warnschilder aufgestellt. Das Strandbad Jungfernheide musste sogar zeitweise gesperrt werden.
Und dieses Jahr? Da könnte es sogar noch schlimmer kommen – nicht nur für Berlin, sondern auch für Brandenburg. „Im Jahr 2025 hat sich in Brandenburg die Befallsituation mit Eichenprozessionsspinnern im Vergleich zu den Vorjahren wieder verschärft“, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.
Eichenprozessionsspinner belastet die Prignitz
Experten sind sich einig: Dieses Jahr wird alles noch schlimmer. Besonders dramatisch ist die Lage in der Prignitz. Dort sollen die Schädlinge in diesem Jahr erstmals seit 2021 wieder aus der Luft bekämpft werden.
Im Nordwesten Brandenburgs müssen diesmal etwa 600 Hektar Fläche und bis zu 5.000 Bäume behandelt werden. Im Vorjahr wurden die Schädlinge an etwa 13.000 Bäumen bekämpft.
Weitere Landkreise in Brandenburg stark betroffen
Zur Vernichtung kommen drei Methoden zum Einsatz: Biozide, die vom Boden aus oder per Hubschrauber verteilt werden und das Absaugen der Nester. Für Biozid-Einsätze ist erneut das biologische Präparat Foray ES vorgesehen.
Neben der Prignitz sind noch weitere Landkreise stark betroffen: Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Uckermark und auch der Spreewald.

Dem Eichenprozessionsspinner fehlen die Feinde
Die Arbeitsgruppe Eichenprozessionsspinner (EPS) mit den Länderressorts, Kommunen und Landkreisen hatte sich bereits im November auf zentrale Maßnahmen verständigt. Dazu zählen Kooperationen und Genehmigungsverfahren in Naturschutzgebieten.
Das Landwirtschaftsministerium rechnet trotzdem mit weiter steigenden Zahlen. Erfahrungen aus den Jahren 2008 bis 2016 hätten gezeigt, dass Massenvermehrungen in Brandenburg lange anhalten können. Ursache: geschwächte Vitalität und das Fehlen von Fressfeinden.


