Experten schlagen Alarm

Berlin droht eine neue Invasion der Horror-Raupen

In diesem Jahr könnte es richtig dicke kommen: Der Eichenprozessionsspinner breitet sich rasant aus. Wo es besonders schlimm ist.

Author - Sebastian Krause
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Der Eichenprozessionsspinner könnte sich in diesem Jahr besonders stark ausbreiten.
Der Eichenprozessionsspinner könnte sich in diesem Jahr besonders stark ausbreiten.IMAGO/Robert Poorten

Auch in der Hauptstadt ist man vor ihm nicht sicher: dem Eichenprozessionsspinner. Das ungeliebte Insekt hatte allein im Bezirk Charlottenburg im vergangenen Jahr rund 350 Bäume stark befallen. Folge: In Parks und auf Grünanlagen wurden Warnschilder aufgestellt. Das Strandbad Jungfernheide musste sogar zeitweise gesperrt werden.

Und dieses Jahr? Da könnte es sogar noch schlimmer kommen – nicht nur für Berlin, sondern auch für Brandenburg. „Im Jahr 2025 hat sich in Brandenburg die Befallsituation mit Eichenprozessionsspinnern im Vergleich zu den Vorjahren wieder verschärft“, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Eichenprozessionsspinner belastet die Prignitz

Experten sind sich einig: Dieses Jahr wird alles noch schlimmer. Besonders dramatisch ist die Lage in der Prignitz. Dort sollen die Schädlinge in diesem Jahr erstmals seit 2021 wieder aus der Luft bekämpft werden. 

Im Nordwesten Brandenburgs müssen diesmal etwa 600 Hektar Fläche und bis zu 5.000 Bäume behandelt werden. Im Vorjahr wurden die Schädlinge an etwa 13.000 Bäumen bekämpft.

Weitere Landkreise in Brandenburg stark betroffen

Zur Vernichtung kommen drei Methoden zum Einsatz: Biozide, die vom Boden aus oder per Hubschrauber verteilt werden und das Absaugen der Nester. Für Biozid-Einsätze ist erneut das biologische Präparat Foray ES vorgesehen.

Neben der Prignitz sind noch weitere Landkreise stark betroffen: Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Uckermark und auch der Spreewald.

Im Auftrag des Landesbetriebes Straßenwesen sind Fachfirmen in den Bereichen der Straßenmeistereien Perleberg, Altlüdersdorf und Kyritz mit dem Bekämpfen der Raupen im Einsatz.
Im Auftrag des Landesbetriebes Straßenwesen sind Fachfirmen in den Bereichen der Straßenmeistereien Perleberg, Altlüdersdorf und Kyritz mit dem Bekämpfen der Raupen im Einsatz.Soeren Stache

Dem Eichenprozessionsspinner fehlen die Feinde

Die Arbeitsgruppe Eichenprozessionsspinner (EPS) mit den Länderressorts, Kommunen und Landkreisen hatte sich bereits im November auf zentrale Maßnahmen verständigt. Dazu zählen Kooperationen und Genehmigungsverfahren in Naturschutzgebieten.

Das Landwirtschaftsministerium rechnet trotzdem mit weiter steigenden Zahlen. Erfahrungen aus den Jahren 2008 bis 2016 hätten gezeigt, dass Massenvermehrungen in Brandenburg lange anhalten können. Ursache: geschwächte Vitalität und das Fehlen von Fressfeinden.

Das müssen Sie bei Kontakt beachten

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter. Dessen Raupen sind aufgrund ihrer giftigen Brennhaare für Mensch und Tier gefährlich. Die Raupen schlüpfen zwischen Mitte April und Anfang Mai und leben ausschließlich auf Eichen. 

Wer mit ihnen in Kontakt kommt, sollte sofort die Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen, gründlich duschen und Haare waschen. Bei starken Symptomen wie Atemnot sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Eine gesetzliche Meldepflicht für Privatpersonen gibt es zwar nicht. Es wird jedoch dringend empfohlen, Fundnester im öffentlichen Raum dem Ordnungs- oder Grünflächenamt zu melden.