Regen, Nebel, tief stehende Sonne! Das typische Aprilwetter in Deutschland kostet Autofahrer Nerven. Doch wie gut kommen eigentlich moderne Assistenzsysteme im Wagen damit klar? Der ADAC hat genau das getestet. Und ausgerechnet der April-Wettermix bringt viele elektronische Helfer an ihre Grenzen.
Kein Auto im Test war fehlerfrei
Das Wichtigste vorweg: Kein Hersteller kam im ADAC-Test völlig fehlerfrei durch die künstliche Wetterküche, die die Experten in der Wetterhalle des Unternehmens AVL für Mobilitätstechnologie im bayerischen Roding nachstellten.
Dort prasseln Starkregen, wabern Nebelwände und eine künstliche Sonne blendet so realistisch, wie es gerade bei den Wetterkapriolen und der tief stehenden Sonne im April typisch ist. Und der Wetter-Mix kann die Sensoren an Bord massiv stören.

Die Fahrzeuge mussten bei Tempo 30 ein stehendes und ein bewegtes Hindernis erkennen und selbstständig bremsen. Und bei den Herstellern stellten sich große Unterschiede heraus, wie gut ihre Automodelle die Aufgabe meisterten.
Der Mercedes CLA lieferte die beste Gesamtleistung ab. Selbst dichter Nebel, der viele Systeme komplett aus dem Konzept brachte, stoppte den Wagen nicht. Hindernisse wurden erkannt, Kollisionen vermieden. Ganz ohne Patzer ging es aber auch hier nicht.
Mehr Sensoren, mehr Sicherheit?
Minuspunkte beim ADAC-Test gab es, weil das System einen kreuzenden Fußgänger zwar erkannte und die Bremsung einleitete, doch diese dann ohne ersichtlichen Grund wieder abbrach.
Mehr Sensoren bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Der Nio EL6 ist mit Radar, Lidar und Kamera ausgestattet, zeigte aber bei Nebel unter 20 Meter Sichtweite kaum Reaktionen. Insgesamt schnitt er aber dennoch zufriedenstellend ab.

Mau war auch das Testergebnis für Volkswagen. Bei querenden Fußgängern erreichte der Notbremsassistent schon früh seine Leistungsgrenzen. Und bei dichtem Nebel war der Notbremsassistent nicht verfügbar.
Der Subaru Impreza warnte und bremste im Test bei Erkennung sehr früh, setzte bei dichtem aber Nebel aus. Dafür meldete das Assistenzsystem aber schlechte Sichtverhältnisse sehr klar, schaltet jedoch oft nach der Notbremsung ab.
Für eine Überraschung sorgte dagegen Tesla. Obwohl der Hersteller ausschließlich auf Kameras setzt und auf Radar verzichtet, kam das System im Tesla mit Regen und leichtem Nebel erstaunlich gut zurecht. In schwierigeren Situationen erkannte das Fahrzeug Hindernisse zwar oder warnte den Fahrer, leitete jedoch nicht immer eine Notbremsung ein.
Ganz anders der BYD Seal: Der patzte fast durchgehend. Bei Starkregen und dichtem Nebel reagierte das Auto praktisch gar nicht mehr. Besonders kritisch: Es gab nicht einmal eine Warnung aus, dass die Systeme eingeschränkt oder außer Funktion waren.
Der Test zeigt damit deutlich, dass moderne Fahrerassistenten im Ernstfall helfen können. Doch gerade bei schlechtem Wetter sollten Autofahrer sich nicht blind auf die Technik verlassen.


