Die Tesla-Fabrik in Grünheide vor den Toren Berlins hat derzeit insgesamt weniger Beschäftigte – inklusive Leiharbeitern – als noch vor zwei Jahren. Ein sinkendes Schiff? Jetzt äußert sich der Elektroautobauer unter Elon Musk zu der Kritik.
Alles normal, sagt Tesla
Laut Tesla arbeiten aktuell rund 1700 Menschen weniger in der einzigen europäischen Autofabrik des Unternehmens. Von einem ernsthaften Stellenabbau könne jedoch keine Rede sein, heißt es. „Im Vergleich zum Jahr 2024 hat es keinen nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft gegeben. Ein solcher ist auch nicht geplant“, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage.

„Die Arbeitsplatzsicherheit in der Gigafactory ist auch weiterhin gegeben.“ Die Veränderungen bei der Gesamtzahl der Beschäftigten – inklusive Leiharbeit – seien „vollkommen normal“.
14 Prozent der Stellen abgebaut
Wie das Handelsblatt berichtet, zählt die Fabrik in Brandenburg derzeit 10.703 Beschäftigte. Vor zwei Jahren waren es noch 12.415 – ein Minus von rund 14 Prozent. Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Wahlvorstands im Tesla-Betriebsrat.
Tesla selbst hatte Anfang 2024 noch rund 12.500 Beschäftigte gemeldet, im Herbst knapp 12.000 und Ende 2025 etwa 11.000. Als der Konzern weltweit mehr als zehn Prozent der Jobs strich, war in Grünheide lediglich ein Abbau von 400 Stellen angekündigt worden.
Tesla rechnet mit stabiler Entwicklung
„Die Situation und der Ausblick in der Gigafactory sind stabil – auch und gerade für die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden“, so die Unternehmenssprecherin weiter. Nach dem schnellen Hochfahren der Produktion sei der Bedarf an Leiharbeitern gesunken.
Gründe dafür seien optimierte Prozesse, mehr Automatisierung sowie ein dauerhaft deutlich niedrigerer Krankenstand. Gleichzeitig suche man weiterhin neue Fachkräfte. Mit dem geplanten Ausbau der Batteriezellfertigung sollen bis 2027 zusätzliche Stellen entstehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Autoherstellern gebe es in Grünheide keine personalbezogenen Anpassungen aufgrund der aktuellen Marktlage, betonte Tesla. „Das Produktionsvolumen der letzten Jahre war konstant und es gibt keine Pläne, das Volumen und damit einhergehend Personal zu reduzieren.“
Produktion soll weiter steigen
Werksleiter André Thierig blickt trotz der schwierigen Situation auf dem deutschen Automarkt optimistisch auf das laufende Jahr. Weltweit kämpft die Branche mit sinkender Profitabilität, und auch Tesla tut sich im deutschen Markt derzeit schwer. Gleichzeitig beliefert die Fabrik in Grünheide mehr als 30 internationale Märkte – was für Stabilität sorgt.



