Ist sie mit ihren Aussagen über das Ziel hinausgeschossen? Weil Anna Loos (55) vorerst nicht Intendantin am Theater in Brandenburg an der Havel wird, zeigte sich die Sängerin und Schauspielerin am Wochenende enttäuscht.
Sie sagte unter anderem: „Die Situation des Theaters hat sich kontinuierlich verschlechtert. Es werden zu wenige Tickets verkauft, es wird zu wenig Programm angeboten, das Theater verliert zunehmend sein Publikum, und die Lichter sind häufiger aus als an.“
Nun gibt es Gegenwind für diese Sätze. Andrea-Carola Güntsch (68), die Vorsitzende des Fördervereins Brandenburger Symphoniker, kritisiert Loos deutlich: „Durch die Bekanntheit von Frau Loos denkt nun ganz Deutschland, Brandenburg an der Havel sei eine heruntergewirtschaftete Stadt, die ihr Theater verkommen lässt. Sie hat durch ihre Äußerungen das Theater und die Stadt schwer beschädigt.“
Anna Loos ist in Brandenburg an der Havel geboren
Loos, die in Brandenburg an der Havel geboren ist, bewarb sich Ende 2025 um die Intendanz des Theaters, das sich jedoch nun bis 2027 für eine interne Lösung entschieden hat: Theaterspitze wird Carola Söllner. Sie arbeitet seit vier Jahren am Haus und verantwortete in dieser Zeit zahlreiche Eigenproduktionen.

Für Güntsch sind die Loos-Aussagen „ein Schlag ins Gesicht“. Die Auslastung des Theaters sei höher als im Bundesdurchschnitt: „Das Brandenburger Theater hat sich nach einer schwierigen Nachwendezeit zunehmend konsolidiert und bringt bei guter Auslastung hervorragende Qualität auf die Bühne – ob Konzerte der Brandenburger Symphoniker, Musiktheater oder Schauspiel in Eigenproduktion.“
An einem Verfahren zur Neubesetzung der Intendanz wird gearbeitet. Loos hat bereits erklärt, es noch einmal versuchen zu wollen. Laut Förderverein gab es insgesamt 15 Bewerbungen.
Güntsch stellt die Loos-Qualifikation infrage
Güntsch stellt die Qualifikation der Schauspielerin für die Position infrage. Loos könne sich bei einer Ausschreibung „gerne bewerben und sich mit anderen messen“, schrieb sie in ihrer Mitteilung. „Gefragt sind Kompetenz in Leitungsverantwortung, Budgetverantwortung, Personalführung, künstlerische Planung etc. Mir persönlich erschließt sich aus ihrer Biografie eine solche Qualifikation nicht – und ob eine Stadt mit jemandem zusammenarbeiten möchte, der nur Schlechtes zu sagen weiß, wird man dann sehen.“




