Ermittler haben einen großen Schlag gegen einen Chemikalien-Großhandel und mehrere illegale Drogenküchen geführt. Unter den sechs in Deutschland entdeckten Laboren war auch eine Anlage in Brandenburg. Jetzt werden immer mehr Details bekannt.
Schon wieder ein Drogenlabor in Nauen
Im bislang größten Einsatz gegen Hersteller synthetischer Drogen räumten deutsche Behörden am Mittwoch sechs Labore und nahmen 45 Verdächtige fest – eines davon im brandenburgischen Nauen. Europaweit wurden insgesamt 24 Labore entdeckt und 85 Menschen festgesetzt, wie Europol in Den Haag meldete.
Die deutschen Standorte lagen in Nauen (Brandenburg), Kerpen, Hagen und Neunkirchen-Seelscheid (NRW), Wolfenbüttel (Niedersachsen) sowie in Quickborn/Kummerfeld (Schleswig-Holstein).

Wir erinnern uns: Bereits Ende Oktober hatten Ermittler in Nauen ein riesiges Labor ausgehoben, in dem massenweise illegale Partydrogen produziert wurden. Zwölf riesige Container voller Chemikalien und Müll wurden damals aus der Halle einer Drogenbande im Industriegebiet geholt.
Funde in gigantischem Ausmaß
Bundesweit stellten Polizei und Zoll diese Woche mehr als 800 Kilo synthetische Drogen sowie rund 160.000 Liter hochgiftigen Chemie-Müll sicher. Bei zwei weiteren Durchsuchungen am vergangenen Freitag kamen in Papenburg (Niedersachsen) erneut 15.000 Liter Chemikalienabfälle zum Vorschein.
Außerdem eine professionelle Cannabisplantage mit über 1300 Pflanzen im Kreis Borken. Auch dort gab es eine weitere Festnahme. Europol koordinierte die europaweiten Aktionen.
„In dieser Dimension einmalig“
„Dieser Schlag europäischer Sicherheitsbehörden im Kampf gegen synthetische Drogen ist in dieser Dimension bislang einmalig“, sagte Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück. Eine spezielle Osnabrücker Ermittlungsgruppe spielte eine Schlüsselrolle. Die Dimension der Funde zeige, wie wichtig es sei, Kinder und Jugendliche besser vor synthetischen Drogen zu schützen – eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft.

Das Zollkriminalamt erklärte, der Ursprung der Ermittlungen liege bei einem polnischen Unternehmen, das Chemikalien für die Drogensynthese verteilte. Die Stoffe seien oft aus China importiert worden und gelangten von Polen aus entweder in Zwischenlager oder direkt in die Drogenlabore.



