Groß-Razzia auf einem Gelände bei Leipzig. Erst kam es im Mai zu einem schweren Tigerangriff und jetzt wurden sechs weitere Tiger ins Visier der Behörden genommen. Die Zirkus-Artistin Carmen Zander (52) hat über Jahre acht Tiger unter viel zu schlechten Bedingungen gehalten. Jetzt wurden der Dompteurin sechs der Tiere weggenommen.
Erst im Mai brach einer der Leipziger Tiger aus
Erst im Mai sorgte Carmen Zander mit ihren Tigern für Wirbel. Einer ihrer Schützlinge war aus einem Käfig ausgebrochen und verletzte einen 73-jährigen Mann schwer. Der Tiger wurde noch vor Ort getötet. Doch das alles hätte nicht passieren dürfen, wenn sich Zander an vernünftige Auflagen gehalten hätte.

Über mehrere Jahre trat die Dompteurin mit ihren Tigern im Zirkus auf. Doch irgendwann wollte keiner mehr die Tier-Nummern buchen. Das Resultat: Zander quetschte die Raubtiere in viel zu kleine Gehege in einem Industriegebiet im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig. Diese seien nach offiziellen Auflagen eigentlich nur für zwei Tiger zulässig, hier wurden aber acht gehalten!
Bereits vergangenes Jahr gab es wegen der nicht artgerechten Haltung einen Prozess. Die Tiger dürften zwar von ihr gehalten werden, jedoch nur in Gehegen, die so groß sind wie die eines Zoos oder Tierparks. Zander habe neben der mangelhaften Haltung auch Streicheltermine mit den Tigern sowie kommerzielle Auftritte angeboten.
Am 1. April wurde Carmen Zander durch einen Bescheid dazu aufgefordert, die Bedingungen für die Tiere stark zu verbessern und ihnen eine vernünftige Haltung zu ermöglichen. Da sich der Zustand jedoch nicht geändert hat, wurden der Dompteurin nun sechs ihrer acht Tiere weggenommen.
Sechs Tiger wurden mitgenommen, zwei bleiben
Am Mittwochmorgen kam es zu einer Razzia. Polizei, Veterinär- und Ordnungsamt waren vor Ort und betäubten die Tiere mit einem Blasrohr. Das Landratsamt Nordsachsen erklärte am Mittwoch: „Sechs Tiere wurden aus dem provisorischen Gehege an ein Team der Tierschutzorganisation Animal Advocacy and Protection (AAP) übergeben.“



