Verdächtiger stellt sich

Brutaler Treter vom S-Bahnhof Hermannstraße ist erst 12 Jahre alt

Am Sonntag wurde ein 26-Jähriger in Berlin-Neukölln am Kopf verletzt. Nun haben sich alle jugendlichen Täter gestellt.

Author - Sebastian Karkos
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Der Bahnhof Hermannstraße in Neukölln war der Tatort am Sonntag.
Der Bahnhof Hermannstraße in Neukölln war der Tatort am Sonntag.Schoening/IMAGO

Was für eine erschütternde Tat! Am S‑Bahnhof Hermannstraße in Neukölln ist ein 26‑Jähriger am Sonntag brutal die Treppe hinuntergestoßen worden.  Und der Haupttäter ist gerade einmal zwölf Jahre alt.

Es meldeten sich drei weitere Jugendliche bei der Polizei

Der Junge stellte sich am Dienstag freiwillig der Polizei. Mit ihm meldeten sich auch drei weitere Jugendliche im Alter von 14  und 15 Jahren, die an dem Angriff beteiligt gewesen sein sollen.

Nach Angaben der Bundespolizei war der 26‑Jährige zunächst in ein harmlos wirkendes Gespräch mit der Gruppe verwickelt. Doch kurz darauf liefen die Jugendlichen ihm hinterher. Drei von ihnen zückten die Handys, offenbar, um die Szene zu filmen.

In diesem Moment sprang der Zwölfjährige dem ahnungslosen Mann mit voller Wucht in den Rücken. Der 26‑Jährige stürzte mehrere Stufen hinab, schlug hart auf und musste mit Verdacht auf ein Schädel‑Hirn‑Trauma ins Krankenhaus gebracht werden.

Überwachungskameras zeichneten die Tat auf

Die Gruppe flüchtete sofort. Doch die Überwachungskameras zeichneten die Tat auf. Am Montagabend stellten sich schließlich alle vier Jugendlichen. Ob sie den Angriff tatsächlich filmten, ist nun Teil der Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der 26‑Jährige verließ das Krankenhaus noch am selben Abend, auf eigenen Wunsch. Die Jugendlichen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. In Deutschland gelten Kinder unter 14 Jahren als nicht strafmündig.

Der Berliner Hauptbahnhof ist der Gewalt-Hotspot der Bahn in der Hauptstadt.
Der Berliner Hauptbahnhof ist der Gewalt-Hotspot der Bahn in der Hauptstadt.Carsten Koall/DPA

Bahnhöfe sind ein gefährlicher Ort. Ob Körperverletzungen oder Messerattacken, die Gewalt bleibt hoch. Und Berlin steht dabei besonders im Fokus. Nach aktuellen Zahlen der Bundespolizei gehört die Hauptstadt zu den gefährlichsten Bahnstandorten in ganz Deutschland.

Im Hauptbahnhof gab es 654 Gewaltdelikte im Jahr 2025.

Allen voran der Berliner Hauptbahnhof mit 654 Gewaltdelikten im Jahr 2025. Neben dem Hauptbahnhof gelten auch das Ostkreuz sowie U‑Bahnhöfe wie Alexanderplatz und Kottbusser Tor als Schwerpunkte. Die Statistik zeigt zudem, dass nichtdeutsche Tatverdächtige im Verhältnis häufiger registriert wurden als deutsche Beschuldigte.

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