Steigende Kosten und sinkende Einnahmen. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind längst am Limit. Deswegen hat Andreas Gassen (63), Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), einen radikalen Vorschlag, um Einsparungen im Gesundheitssystem durchzusetzen.
„Nice-to-have-Leistungen“ sollen gestrichen werden
Die freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sollen gestrichen werden. „Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind ‚Nice-to-have-Leistungen‘ als Erstes zu streichen“, sagte Gassen zum Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Diese Zusatzangebote, die über den allgemeinen Leistungskatalog hinausgehen und je nach Kasse variieren, umfassen unter anderem professionelle Zahnreinigungen sowie alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Anthroposophie (spirituelle und esoterische Heilungsmethode) oder Phytotherapie (Anwendung von Arzneipflanzen).

Grund ist laut Gassen die angespannte Finanzlage der Kassen. Es könne nicht sein, dass Kassen einerseits beschlossene ärztliche Leistungen kürzen wollten, gleichzeitig aber hohe Summen für Angebote ausgeben, deren Nutzen medizinisch umstritten sei und die häufig eher Marketingzwecken dienten.
Das Einsparpotenzial liegt bei rund einer Milliarde Euro
Nach Gassens Einschätzung ließe sich durch eine komplette Abschaffung dieser sogenannten Satzungsleistungen jährlich knapp eine Milliarde Euro einsparen. Dazu zählen auch Zuschüsse für Gesundheitskurse oder den Kauf von Fitnesstrackern.




