Auf der Nordseeinsel Föhr breitet sich ein Problem aus, das lange Zeit als überwunden galt. Ratten sind zurück und sorgen bei Naturschützern und Landwirten für große Sorgen.
Ratten bedrohen Vogelwelt auf Föhr
Besonders betroffen ist die Vogelwelt der Insel. Der Naturschützer Risse, der auf seinem Andelhof in der Föhrer Marsch rund 20 Brutpaare der Uferschnepfe betreut, beobachtet eine dramatische Entwicklung. „Jetzt ist die Insel voll mit Ratten“, warnt der 70-Jährige gegenüber dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Vor allem im Westen der Insel gehe die Zahl der Vögel deutlich zurück.
Der Grund ist einfach und brutal zugleich. Ratten plündern die Nester der Bodenbrüter. Haben sie einmal ein Gelege entdeckt, haben die Vögel kaum eine Chance. „Dort, wo nichts gemacht wird, bleibt nichts von der Brut übrig“, sagt Risse in dem Bericht.
Dabei war Föhr lange Zeit frei von den Nagern. Erst in den frühen 2000er Jahren fanden sie ihren Weg auf die Insel. Seitdem breiten sie sich immer weiter aus. Versuche, die Tiere einzudämmen, zeigen bislang nur wenig Wirkung.

Auch viele Landwirte kämpfen inzwischen mit der Plage und greifen auf professionelle Schädlingsbekämpfer zurück. Doch selbst das reicht offenbar nicht aus, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Neue Regeln erschweren Rattenbekämpfung
Erschwert wird die Bekämpfung zusätzlich durch neue gesetzliche Vorgaben. Der Einsatz von Rattengift soll in Deutschland künftig deutlich eingeschränkt werden. Privatpersonen dürfen entsprechende Mittel ohne Sachkundenachweis dann nicht mehr erwerben.
Hintergrund ist eine EU-Regelung, die andere Tiere wie Greifvögel schützen soll. Fachleute befürchten jedoch, dass die Rattenpopulation dadurch weiter ansteigen könnte. Auch das Verbot von sogenannten Dauerködern ohne nachgewiesenen starken Befall macht die Bekämpfung komplizierter.


