Sechs Euro Belohnung fürs Biber töten. Was irre klingt, ist in Cottbus gerade Tagesordnung. Die Oststadt hat ein Problem mit der Überpopulation von Biberratten, sogenannten Nutrias. Wegen zunehmender Schäden im Stadtgebiet werden Jäger aufgefordert, die Nagetiere zu töten.
In der DDR wurde das Nutria-Fleisch verarbeitet
Nutrias kommen aus Südamerika und wurden seit den 1920er Jahren auch in Deutschland u. a. für die Pelzproduktion gehalten. In der DDR wurde das Fleisch der Biberratten verarbeitet. Später wurden die Tiere freigelassen, manchen gelang auch die Flucht aus der Zucht. Nun vermehren sich die Wildtiere immer mehr und richten Schaden an. Silvio Alich vom Gewässerverband Spree-Neiße sagt zum rbb: „Die sind nicht so possierlich, wie sie aussehen: Die sind wirklich eine Gefahr für die Artenvielfalt.“
Denn die Biberratten fressen Gewässerpflanzen, die für Fische, Insekten, Amphibien und auch Vögel Lebensraum bieten. Zudem werden die Schäden an Ufern immer größer. Die Nutrias sorgen für Löcher an Deichen. Teilweise sind schon Fahrzeuge von Landwirten und vom Verband in Ufernähe eingebrochen.
Jetzt will der Gewässerverband dagegen angehen und hängt sogar eine Belohnung aus. Die Tiere sollen mit Lebendfallen gejagt und dann außerhalb des Stadtgebietes erschossen werden. Jeder Nutria-Schwanz, den Jäger beim Verband abgeben, ist sechs Euro wert. Für die Jäger soll es ein Anreiz sein, mehr dieser Tiere zu töten, um einer Überpopulation entgegenzuwirken.



