In der Nacht zu Freitag sind im Graefekiez in Berlin Kreuzberg Schüsse gefallen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Fälle in Berlin ein.
Schüsse im Graefekiez: Mordkommission ermittelt
In der Nacht zu Freitag ist es an der Kreuzung Graefestraße Ecke/Urbanstraße zu einem Polizeieinsatz gekommen. Mehrere Schüsse sollen laut einem KURIER-Reporter vor Ort gefallen sein. Die Beamten rückten mit einem Großaufgebot an, sicherten Spuren und stellten ein Fahrzeug sicher. Ob Menschen verletzt wurden oder es Festnahmen gab, ist bislang unklar. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Seit Wochen häufen sich Schüsse in der Hauptstadt. Erst am 11. März wurden in Kreuzberg zwei Männer durch Schüsse in die Beine verletzt. Die Täter konnten fliehen. Am Tatort sicherte die Polizei Patronenhülsen. Die Hintergründe sind bis heute unklar.
Auch in anderen Teilen Berlins eskaliert die Gewalt immer wieder. In Tegel wurde ein Autofahrer niedergeschossen, in Wedding und Neukölln schossen Täter auf Geschäfte, in Köpenick sogar auf die Tür einer Wohnung. Die Liste der Vorfälle wird immer länger.
Immer mehr Schusswaffen-Delikte in Berlin
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 1119 Fälle, in denen mit Schusswaffen gedroht oder geschossen wurde. Das ist ein Anstieg um 68 Prozent. In mehr als der Hälfte blieb es bei Drohungen, doch in 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch 363 Fälle. Allerdings wird seit 2025 auch genauer erfasst, wann Waffen bei Straftaten eingesetzt werden.

