Der Start ist geglückt! Seit Freitag ist die „Ostdeutsche Allgemeine“ auf dem Markt. Am ersten Erscheinungstag lag die „OAZ“ in 6000 Zeitungskiosken im Osten Deutschlands aus. Die Zeitung erscheint künftig am Wochenende als Printausgabe, unter der Woche gibt es ein E-Paper.
Alle relevanten Ost-Zeitungen sind in westdeutscher Hand
In einer Zeit, in der alle relevanten Tageszeitungen im Osten in westdeutscher Hand sind (unter anderem bei der Funke Mediengruppe oder der Madsack Mediengruppe), stellt die „Ostdeutsche Allgemeine“ eine Ausnahmeerscheinung dar. Sie soll ein neues Medium sein für eine oft überhörte Region.
Die Meinungen zum neuen Medium gehen auseinander. Aber das soll schließlich auch so sein.
Jürgen Kuttner findet ein neues Medium erfrischend
Jürgen Kuttner, 1990 Mitbegründer der nur wenige Monate bestehenden „Ost-taz“, sieht das Projekt positiv: „In einer Medienlandschaft, die sich um eine Konsensmitte versammelt hat, ist es für mich erfrischend mit Texten konfrontiert zu werden, die woanders nicht zu lesen sind. Meine Lektüre der Berliner Zeitung, die ja als Mutter der OAZ gelten darf, schwankt immer zwischen Zustimmung, Widerspruch, Neugier und Kopfschütteln. Aber was will man mehr?! Ich will ja keine Zeitung lesen, in der ich sanft nickend meine Meinung bestätigt sehe.“

Vertrauen im Zeitungen ist geringer ist als im Westen
Medienwissenschaftler Dr. Lutz Hagen von der TU Dresden sagte im ZDF: „Die überregionale Presse kommt im Prinzip komplett aus westdeutschen Verlagen. Wir sehen auch, dass das Vertrauen vor allem in Tageszeitungen in den neuen Bundesländern geringer ist als im Westen.“ Und genau deshalb kann ein Projekt wie die „Ostdeutsche Allgemeine“ funktionieren.




