Ostdeutsche Allgemeine

Ein neues Medium für eine oft überhörte Region

Die „Ostdeutsche Allgemeine“ startet als neue Zeitung für den Osten. Warum das Projekt polarisiert, und welche Chancen Experten darin sehen.

Author - Sebastian Karkos
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Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung soll die neue große Stimme für den Osten werden.
Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung soll die neue große Stimme für den Osten werden.Markus Wächter/Berliner KURIER

Der Start ist geglückt! Seit Freitag ist die „Ostdeutsche Allgemeine“ auf dem Markt. Am ersten Erscheinungstag lag die „OAZ“ in 6000 Zeitungskiosken im Osten Deutschlands aus. Die Zeitung erscheint künftig am Wochenende als Printausgabe, unter der Woche gibt es ein E-Paper.

Alle relevanten Ost-Zeitungen sind in westdeutscher Hand

In einer Zeit, in der alle relevanten Tageszeitungen im Osten in westdeutscher Hand sind (unter anderem bei der Funke Mediengruppe oder der Madsack Mediengruppe), stellt die „Ostdeutsche Allgemeine“ eine Ausnahmeerscheinung dar. Sie soll ein neues Medium sein für eine oft überhörte Region.

Die Meinungen zum neuen Medium gehen auseinander. Aber das soll schließlich auch so sein.

Jürgen Kuttner findet ein neues Medium erfrischend

Jürgen Kuttner, 1990 Mitbegründer der nur wenige Monate bestehenden „Ost-taz“, sieht das Projekt positiv: „In einer Medienlandschaft, die sich um eine Konsensmitte versammelt hat, ist es für mich erfrischend mit Texten konfrontiert zu werden, die woanders nicht zu lesen sind. Meine Lektüre der Berliner Zeitung, die ja als Mutter der OAZ gelten darf, schwankt immer zwischen Zustimmung, Widerspruch, Neugier und Kopfschütteln. Aber was will man mehr?! Ich will ja keine Zeitung lesen, in der ich sanft nickend meine Meinung bestätigt sehe.“

Verleger  Holger Friedrich
(r.) und seine Ehefrau Silke zeigen die erste Ausgabe der OAZ.
Verleger Holger Friedrich(r.) und seine Ehefrau Silke zeigen die erste Ausgabe der OAZ.Markus Wächter/Berliner Zeitung

Vertrauen im Zeitungen ist geringer ist als im Westen

Medienwissenschaftler Dr. Lutz Hagen von der TU Dresden sagte im ZDF: „Die überregionale Presse kommt im Prinzip komplett aus westdeutschen Verlagen. Wir sehen auch, dass das Vertrauen vor allem in Tageszeitungen in den neuen Bundesländern geringer ist als im Westen.“ Und genau deshalb kann ein Projekt wie die „Ostdeutsche Allgemeine“ funktionieren.

Ebenfalls im ZDF sagt Cornelius Pollmer, Leiter des Leipziger Büros der „Zeit“ und des Ressorts „Zeit im Osten“: „Die Anerkennung der Tatsache, dass dieser Teil des Landes etwas anders bleibt und bleiben wird, die bürgt auch ganz viele Chancen. Wir sehen manche Probleme eher, manchmal auch Lösungsansätze für diese Probleme ehr. Das zu erzählen ist ein großes Glück.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wie sehen Sie den Start der neuen Zeitung „Ostdeutsche Allgemeine“ ? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com