Tschüß Westware, hallo Ostdeutsche Allgemeine Zeitung! Liebe Leser, bleiben Sie kurz bei uns – jetzt folgt etwas Eigenlob. Aber keine Sorge: Es ist wohlverdientes Eigenlob. Sie haben in den letzten Jahren, eigentlich Jahrzehnten, unzählige Sonntagsreden gehört, in denen erklärt wurde, warum der Osten wichtig ist, nicht vergessen wird und selbstverständlich ganz oben auf der Prioritätenliste steht.
Lassen wir es bei der Wahrheit: Es war meist heiße Luft. Nichts als bla, bla, bla! Denn kaum jemand hat diesen Worten Taten folgen lassen. Vor allem nicht in der deutschen Medienlandschaft. Was Sie im Osten gelesen haben, war bis heute Westware.
Bis heute – denn jetzt kommt unser neues Baby auf die Welt: die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung. Oder, wie wir sie intern nennen: die Zeitung, die der Osten jetzt braucht.
Nirgendwo klafft die Lücke zwischen Medienmachern und ihren Lesern so weit wie im Osten
Während alle großen ostdeutschen Verlage – außer unserem – in Westhand sind, prallen in Sachsen zum Beispiel zwei mehr oder weniger staatlich kontrollierte Systeme aufeinander: die Madsack-Gruppe und der öffentlich-rechtliche MDR.
Die Folgen der Treuhand-Zeit sind in der Medienwelt bis heute sichtbarer als anderswo. Nirgendwo klafft die Lücke zwischen Medienmachern und ihren Lesern, nein: ihren früheren Lesern, so weit wie im Osten.

Die Schuld dafür wurde – wie könnte es anders sein – den Ossis zugeschoben. Die seien zu schwer zu erreichen, zu skeptisch, zu renitent, schlicht zu blöd, um zu begreifen, dass der verabreichte, staatlich befundende Informationssmoothie ja eigentlich nur ihrem Besten dienen soll. Diese medienpädagogische Zwangsbeglückung ist gründlich schiefgegangen.
Und jetzt kommen zwei Menschen ins Spiel, die beschlossen haben, das zu ändern: Silke und Holger Friedrich. Ihre Vision war von Beginn an einfach und gleichzeitig radikal: Ostdeutschland eine starke, freie Stimme zu geben – etwas, das es vor und nach der Wende so nie gab.
Holger Friedrich ist der deutsche Verleger, über den am häufigsten falsche und teils bösartige Narrative verbreitet wurden. Auf den Ossi in der Wessi-Branche hauen viele besonders gern drauf.
Zum Start der OAZ musste dann gleich in höheren Drehzahlen kritisiert werden. Von einer „ostidentitären Bewegung“ war die Rede. Von einem Medium „für Menschen, die sich von der Demokratie abwenden“. Kleiner ging es offenbar nicht, liebe Kollegen. Viel Feind, viel Ehr – und ein deutlicher Hinweis darauf, wie notwendig und wie visionär die Gründung der OAZ ist.

Wir von der großen Schwester mit den großen Buchstaben wollen an dieser Stelle gratulieren. Vor allem unseren Kollegen der Ostdeutschen Allgemeinen. Chefredakteur Dorian Baganz und sein Team haben in den letzten Monaten Außergewöhnliches geleistet und wirklich starke Geschichten geliefert.


