Viele Sendungen, die in der DDR die TV-Zuschauer unterhielten, sind heute Geschichte – und dennoch haben sie sich ins Gedächtnis der meisten Menschen, die damit aufgewachsen sind, eingebrannt. Dazu gehört ohne Zweifel „Willi Schwabes Rumpelkammer„! Am Wochenende hätte Willi Schwabe, der mit der Fernsehsendung zur absoluten Legende wurde, Geburtstag gefeiert. Zu dem Anlass erinnern sich viele an den Schauspieler, an seine Auftritte – und alle wollen „Willi Schwabes Rumpelkammer„ zurück!
„Willi Schwabes Rumpelkammer“ war der Hit in der DDR
Erinnern Sie sich noch an die Show, die so vielen Menschen zu DDR-Zeiten schöne Nachmittage bescherte? „Willi Schwabes Rumpelkammer“ ist einfach Kult – und Schauspieler Willi Schwabe wurde mit der Sendung zu einem der großen Stars des Fernsehens in der DDR. Seine Sendung lief am 13. Dezember 1955 das erste Mal und wurde schnell zu einer Institution. Erst 37 Jahre und knapp 400 Folgen später fand „Willi Schwabes Rumpelkammer“ ein Ende – leider, wie heute viele finden.
Willi Schwabe stieg mit der Laterne in die Rumpelkammer
In „Willi Schwabes Rumpelkammer“ wurden Ausschnitte aus Filmen gezeigt. Willi Schwabe erzählte dazu passende Anekdoten, erinnerte an die Schauspieler und machte so zahlreiche Filmklassiker einem breiten Publikum zugänglich. Als Kulisse diente ein nachgebauter Dachboden – Willi Schwabe stieg zu Beginn jeder Folge mit einer Laterne auf diesen Dachboden hinauf. „Guten Abend, meine Damen und Herren, und herzlich willkommen in der Rumpelkammer“, sagte er dann, entzündete die Laterne, verbeugte sich – und die Sendung begann.

Der große Erfolg von „Willi Schwabes Rumpelkammer“ wurde für den Schauspieler zum großen Durchbruch. Er machte eigentlich eine Lehre als Bühnenbildner, arbeitete danach aber an verschiedenen Wandertheatern. Erste Engagements auf den Brettern hatte er unter anderem in Luckenwalde. Kleinere Rollen führten Willi Schwabe danach unter anderem an das Deutsche Theater in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er auch am Berliner Schlosspark-Theater und am Berliner Ensemble auf.
Willi Schwabe: Fans vermissen den Star aus der DDR
Geburtstag hatte Willi Schwabe am 21. März – am vergangenen Wochenende wäre er 101 Jahre alt geworden. Zu dem Anlass wurde wieder an den Schauspiel-Star der DDR erinnert: In verschiedenen DDR-Gruppen im sozialen Netzwerk Facebook etwa dachten viele an Schwabe und seine Rumpelkammer. Und bedauerten, dass es Sendungen wie seine heute nicht mehr gibt.
„Rumpelwilli war mir als Kind seeehr wichtig“, schreibt ein Nutzer. „Die knarzenden Treppen zum Dachboden mit der Laterne in der Hand. Leute, hier war die Welt noch in Ordnung.“ Ein anderer Mann erinnert sich: „Ich bin 70 und habe keine Folge verpasst. Bei meinen Eltern gehörte es zum Standard-Programm.“
Eine Frau schreibt: „Habe seine Sendung sehr gern gesehen und erinnere mich sehr gern an ihn.“ Andere schreiben, dass die Sendung oft dazugehörte – und dass das, was Willi Schwabe in seiner Rumpelkammer erzählte, immer interessant gewesen sei.
Auch beim Videoportal YouTube verstecken sich unter alten Aufzeichnungen aus dem DDR-Fernsehen etliche Erinnerungen. „Immer wenn ich den Nussknacker-Tanz der Zuckerfee höre, muss ich an Willi Schwabes Rumpelkammer denken, das wird wohl auch immer so bleiben“, schreibt ein Nutzer.
Die bekannte Melodie wurde zu Beginn der Rumpelkammer gespielt, wenn Willi Schwabe auf seinen Dachboden stieg. Ein anderer kommentiert: „Eine tolle Rarität vom guten alten DDR-Fernsehen! Haben wir damals immer gern gesehen. Schade, dass es diese Sendung nicht mehr gibt.“

Doch die Berühmtheit, die Willi Schwabe durch die Rumpelkammer im DDR-Fernsehen erlangte, hatte auch Folgen: Helene Weigel, die ihn an das Berliner Ensemble holte, wollte ihm etwa nie mehr eine Rolle geben, die auch nur entfernt an die Rolle in der Rumpelkammer erinnerte.
Das verriet Willi Schwabe selbst in der TV-Sendung „Treff mit O. F. Weidling“ im Jahr 1983. Schlimm fand er das nicht. „Ich bin ja Schauspieler, ich muss nicht immer dasselbe machen.“ Bei Auftritten auf der Theaterbühne sei außerdem oft ein Raunen durch das Publikum gegangen. „Dann höre ich, wie die Programme aufgeblättert werden, ob ich das wirklich bin.“
„Willi Schwabes Rumpelkammer“ brach in der DDR Rekorde
Er wurde mit „Willi Schwabes Rumpelkammer“ eben einfach zur Legende des Fernsehens der DDR – und ein fester Teil des Fernsehens der DDR. Ein Kapitel, das leider sehr plötzlich endete. Denn aus gesundheitlichen Gründen musste sich Willi Schwabe aus seiner geliebten Rumpelkammer zurückziehen.
Ein Schauspielkollege übernahm, die Sendung sollte auch nach der Wende weitergeführt werden, lief sogar im Hauptprogramm der ARD. Doch sie überlebte die Wiedervereinigung nicht lange. 1993 wurde die „Rumpelkammer“, wie sie später nur noch hieß, eingestellt.




