Es gibt viele bekannte Märchen aus der DDR – und einige, die in den vergangenen Jahren scheinbar etwas in Vergessenheit gerieten. Erinnern Sie sich beispielsweise an den Streifen „Wie heiratet man einen König?“? Das Märchen aus dem Jahr 1969 wurde am Sonntag endlich wieder im MDR gezeigt. Und erinnert auch an einen ganz großen Star des DDR-Films, der schon im Jahr 2006 starb. Wer war Eberhard Esche – und was machte den Film so besonders?
DDR-Märchen „Wie heiratet man einen König?“ ist Kult
Der Film „Wie heiratet man einen König?“ erzählt die Geschichte eines Bauern und seiner Tochter, die von einem König ein Stück Land geschenkt bekommen. Bei Arbeiten auf dem Land entdeckt der Bauer in der Erde eine goldene Schatulle ohne Deckel – und bringt sie zum König. Das Problem: Der König glaubt, der Bauer selbst habe den Deckel gestohlen und sperrt ihn ins Gefängnis. Natürlich will die Bauerntochter ihren Vater aus dem Kerker holen.
Der König stellt ihr deshalb drei Rätsel, die sie natürlich löst. Sie kann ihren Vater befreien, der König nimmt die kluge Bauerntochter zu seiner Frau. Doch später kommt es zum Streit, weil sie sich immer wieder in seine Regierungsgeschäfte einmischt. Kommt es zum Happy End, blüht die Liebe zwischen König und Bauerntochter wieder auf – und wie heiratet man einen König? Fragen, die beantwortet werden, wenn das Märchen „Wie heiratet man einen König?“ am Sonntag um 16.40 Uhr im MDR läuft.

Der Film kam bereits im Jahr 1969 ins DDR-Fernsehen – und basiert auf dem Märchen „Die kluge Bauerntochter“ der Gebrüder Grimm. Seinen Charme bekommt der Streifen vor allem durch die tolle Besetzung: Die niederländische Schauspielerin Cox Habbema spielte die Rolle der klugen Bauerntochter, der Leipziger Schauspieler Eberhard Esche übernahm die Rolle des Königs.
Das Märchen, das hier erzählt wird, wurde übrigens tatsächlich wahr: Habbema und Esche verliebten sich auch im echten Leben ineinander, heirateten später – und gingen bis zu ihrer Scheidung im Jahr 1990 Seite an Seite durchs Leben.
Er war der König in „Wie heiratet man einen König?“
Eberhard Esche gehörte zu den ganz großen Filmstars der DDR. Er wuchs in Leipzig auf, studierte Schauspiel an der Theaterhochschule in der sächsischen Messestadt. Er spielte später am Deutschen Theater in Berlin – und wurde in den 60er-Jahren auch für Film und Fernsehen entdeckt. Seine Vita enthält viele bekannte DDR-Filme, die noch heute legendär sind. So spielte er etwa in „Der geteilte Himmel“ eine der Hauptrollen, den Chemiker Manfred Herrfurth.

Auch im verbotenen DDR-Film „Spur der Steine“ war er zu sehen. Auch im Agentenfilm „For Eyes Only“ spielte er mit, genau wie in „Die unverbesserliche Barbara“ und „Der Spiegel des großen Magus“. Auch für verschiedene Fernsehfilme stand Eberhard Esche vor der Kamera.
„Professor Tarantoga und ein seltsamer Gast“, „Die Räuber“ und „Rendezvous mit unbekannt“ gehörten dazu. Nach der Wende war er unter anderem in der beliebten Serie „Mama ist unmöglich“ zu sehen, spielte dort den Nachbarn Alfred Wawczinek.

Star aus „Wie heiratet man einen König?“ starb 2006
Doch das Leben des Schauspielers endete tragisch: Im hohen Alter erkrankte er an Krebs. Am 15. Mai 2006 starb er an den Folgen der Erkrankung – laut Berichten in einem Berliner Krankenhaus.
Eberhard Esche wurde 72 Jahre alt. Der Schauspiel-Star der DDR wurde auf dem Französischen Friedhof in Berlin beigesetzt. Seine Fans erinnern sich noch heute an ihn und seine Filme, die ihn zur Legende machten – darunter auch „Wie heiratet man einen König?“.
Seine Tochter erzählte anlässlich seines 90. Geburtstags in einem Interview mit der „SUPERIllu“, wie sehr der Name ihres Vaters auch heute noch mit Erinnerungen verknüpft ist. „Mein Sohn Alfons wird immer mal wieder von älteren Menschen gefragt, ob er mit ,dem‘ Esche verwandt sei“, berichtete sie dem Blatt.




