Erinnern Sie sich an ihn?

DDR-Märchen „Wie heiratet man einen König?“: Der traurige Tod des Stars

Der MDR holt am Sonntag ein altes DEFA-Märchen aus der Kiste. Erinnern Sie sich noch an „Wie heiratet man einen König?“ und die Stars des Films?

Author - Florian Thalmann
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Der Film „Wie heiratet man einen König?“ gehörte zu den zahlreichen Märchen der DEFA. Der Streifen wurde in der DDR 1969 veröffentlicht.
Der Film „Wie heiratet man einen König?“ gehörte zu den zahlreichen Märchen der DEFA. Der Streifen wurde in der DDR 1969 veröffentlicht.Youtube

Es gibt viele bekannte Märchen aus der DDR – und einige, die in den vergangenen Jahren scheinbar etwas in Vergessenheit gerieten. Erinnern Sie sich beispielsweise an den Streifen „Wie heiratet man einen König?“?  Das Märchen aus dem Jahr 1969 wurde am Sonntag endlich wieder im MDR gezeigt. Und erinnert auch an einen ganz großen Star des DDR-Films, der schon im Jahr 2006 starb. Wer war Eberhard Esche – und was machte den Film so besonders?

DDR-Märchen „Wie heiratet man einen König?“ ist Kult

Der Film „Wie heiratet man einen König?“ erzählt die Geschichte eines Bauern und seiner Tochter, die von einem König ein Stück Land geschenkt bekommen. Bei Arbeiten auf dem Land entdeckt der Bauer in der Erde eine goldene Schatulle ohne Deckel – und bringt sie zum König. Das Problem: Der König glaubt, der Bauer selbst habe den Deckel gestohlen und sperrt ihn ins Gefängnis. Natürlich will die Bauerntochter ihren Vater aus dem Kerker holen.

Der König stellt ihr deshalb drei Rätsel, die sie natürlich löst. Sie kann ihren Vater befreien, der König nimmt die kluge Bauerntochter zu seiner Frau. Doch später kommt es zum Streit, weil sie sich immer wieder in seine Regierungsgeschäfte einmischt. Kommt es zum Happy End, blüht die Liebe zwischen König und Bauerntochter wieder auf – und wie heiratet man einen König? Fragen, die beantwortet werden, wenn das Märchen „Wie heiratet man einen König?“ am Sonntag um 16.40 Uhr im MDR läuft.

Schauspielerin Cox Habbema spielte im DDR-Film „Wie heiratet man einen König?“ die kluge Bauerntochter. sie heiratete später Eberhard Esche, der in dem Film aus der DDR den König spielte.
Schauspielerin Cox Habbema spielte im DDR-Film „Wie heiratet man einen König?“ die kluge Bauerntochter. sie heiratete später Eberhard Esche, der in dem Film aus der DDR den König spielte.United Archives/imago

Der Film kam bereits im Jahr 1969 ins DDR-Fernsehen – und basiert auf dem Märchen „Die kluge Bauerntochter“ der Gebrüder Grimm. Seinen Charme bekommt der Streifen vor allem durch die tolle Besetzung: Die niederländische Schauspielerin Cox Habbema spielte die Rolle der klugen Bauerntochter, der Leipziger Schauspieler Eberhard Esche übernahm die Rolle des Königs.

Das Märchen, das hier erzählt wird, wurde übrigens tatsächlich wahr: Habbema und Esche verliebten sich auch im echten Leben ineinander, heirateten später – und gingen bis zu ihrer Scheidung im Jahr 1990 Seite an Seite durchs Leben.

Er war der König in „Wie heiratet man einen König?“

Eberhard Esche gehörte zu den ganz großen Filmstars der DDR. Er wuchs in Leipzig auf, studierte Schauspiel an der Theaterhochschule in der sächsischen Messestadt. Er spielte später am Deutschen Theater in Berlin – und wurde in den 60er-Jahren auch für Film und Fernsehen entdeckt. Seine Vita enthält viele bekannte DDR-Filme, die noch heute legendär sind. So spielte er etwa in „Der geteilte Himmel“ eine der Hauptrollen, den Chemiker Manfred Herrfurth.

Eberhard Esche spielte nicht nur den König im Film „Wie heiratet man einen König?“, sondern übernahm auch zahlreiche andere Rollen.
Eberhard Esche spielte nicht nur den König im Film „Wie heiratet man einen König?“, sondern übernahm auch zahlreiche andere Rollen.Thomas Eisenhuth/imago

Auch im verbotenen DDR-Film „Spur der Steine“ war er zu sehen. Auch im Agentenfilm „For Eyes Only“ spielte er mit, genau wie in „Die unverbesserliche Barbara“ und „Der Spiegel des großen Magus“. Auch für verschiedene Fernsehfilme stand Eberhard Esche vor der Kamera.

„Professor Tarantoga und ein seltsamer Gast“, „Die Räuber“ und „Rendezvous mit unbekannt“ gehörten dazu. Nach der Wende war er unter anderem in der beliebten Serie „Mama ist unmöglich“ zu sehen, spielte dort den Nachbarn Alfred Wawczinek.

Die Grabstätte von Eberhard Esche auf dem Französischen Friedhof in Berlin. Der bekannte Schauspiel-Star aus der DDR starb schon 2006 an Krebs.
Die Grabstätte von Eberhard Esche auf dem Französischen Friedhof in Berlin. Der bekannte Schauspiel-Star aus der DDR starb schon 2006 an Krebs.Jürgen Ritter/imago

Star aus „Wie heiratet man einen König?“ starb 2006

Doch das Leben des Schauspielers endete tragisch: Im hohen Alter erkrankte er an Krebs. Am 15. Mai 2006 starb er an den Folgen der Erkrankung – laut Berichten in einem Berliner Krankenhaus.

Eberhard Esche wurde 72 Jahre alt. Der Schauspiel-Star der DDR wurde auf dem Französischen Friedhof in Berlin beigesetzt. Seine Fans erinnern sich noch heute an ihn und seine Filme, die ihn zur Legende machten – darunter auch „Wie heiratet man einen König?“.

Seine Tochter erzählte anlässlich seines 90. Geburtstags in einem Interview mit der „SUPERIllu“, wie sehr der Name ihres Vaters auch heute noch mit Erinnerungen verknüpft ist. „Mein Sohn Alfons wird immer mal wieder von älteren Menschen gefragt, ob er mit ,dem‘ Esche verwandt sei“, berichtete sie dem Blatt.

„Das zeigt uns: In vielen Herzen hat er offenbar Spuren hinterlassen.“ Ihr Vater sei ein toller Mensch gewesen. „Ich vermisse seine Wärme, seinen Humor und den liebevollen Blick auf mich. Mein Vater war kein Optimist durch und durch, dafür aber ein Stehaufmännchen, das es schaffte, allem etwas Positives abzugewinnen.“

An welche Filme aus der DDR erinnern Sie sich – und welche Filme haben Sie gern geschaut? Schicken sie uns Ihre Erinnerungen per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Zuschriften!