Aus unserer Leserpost

„Willi Schwabes Rumpelkammer“ und Co.: Erinnerungen an die DDR

Der KURIER berichtet regelmäßig über Dinge aus der DDR - und bekommt dafür wunderschöne Post von den Lesern. Hier kommen ein paar tolle Erinnerungen.

Author - Florian Thalmann
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Der KURIER berichtet immer wieder über den alltag in der DDR. Zuletzt ging es unter anderem um Telefonzellen, Brigadetagebücher und Willi Schwabes Rumpelkammer. Erinnern Sie sich noch?
Der KURIER berichtet immer wieder über den alltag in der DDR. Zuletzt ging es unter anderem um Telefonzellen, Brigadetagebücher und Willi Schwabes Rumpelkammer. Erinnern Sie sich noch?Archiv, DDR Museum Berlin

Der KURIER berichtet sehr oft über die ehemalige DDR – und über die Dinge, die den Menschen damals die Welt bedeuteten. Ob Filme aus der damaligen Zeit, Fernsehstars, Gegenstände aus dem Alltag oder der Lebenswelt: Wir erinnern gern an viele Dinge – und freuen uns, wenn sich auch unsere Leser erinnern und Freude an den Geschichten haben. Und wir sind dankbar für die vielen Nachrichten, die wir dazu bekommen. Hier kommen die schönsten Erinnerungen unserer Leser. Und wenn auch Sie etwas mit uns teilen wollen, schreiben Sie uns eine Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns drauf!

„Willi Schwabes Rumpelkammer“ bewegt viele Menschen

Erst vor ein paar Tagen rückte bei uns TV-Star Willi Schwabe in den Fokus: Mit seiner bekannten Fernsehsendung „Willi Schwabes Rumpelkammer“ wurde er in der DDR zum Superstar. Die Show, in der Filme gezeigt und dazu Hintergrundinfos vermittelt wurden, hatte viele Fans – und die wünschen sich die Sendung zurück. Nach unserem Bericht meldeten sich viele Leser, schlossen sich dem an.

„Die Sendung habe ich als Kind immer mit meiner Omi angeguckt“, schreibt uns unsere Leserin Claudia Kiefer. „Wir haben es geliebt!“ Ihr Vorschlag: „Man könnte ja einfach regelmäßig montags, 20 Uhr, alle Folgen nochmal ausstrahlen. Ich bin sicher, die Rumpelkammer hätte wieder zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer.“

Auch KURIER-Leserin Katja vermisst die Show. „Willi Schwabes Rumpelkammer“ habe zu ihrer frühen kulturellen Bildung gehört. „Oma hatte einen Fernseher und wir durften diese Sendung immer mit Ihr anschauen. Tatsächlich ist die Eingangsmelodie auch für mich ein wichtiger Teil meines hörenden Lebens geblieben.“

Vor ein paar Tagen berichtete der KURIER über die TV-Sendung „Willi Schwabes Rumpelkammer“ aus der DDR. Der Beitrag löste große Resonanz aus.
Vor ein paar Tagen berichtete der KURIER über die TV-Sendung „Willi Schwabes Rumpelkammer“ aus der DDR. Der Beitrag löste große Resonanz aus.Archiv, Youutbe

Das Intro der Sendung hat sich ins Gedächtnis eingebrannt: Willi Schwabe kletterte mit einer Laterne auf einen nachgebauten Dachboden, dazu erklang der berühmte „Tanz der Zuckerfee“ aus der Nussknackersuite. Leser Peter Meusel schreibt uns: „Ich bin 70 Jahre alt und habe Willi Schwabes Rumpelkammer sehr geliebt. Als Erinnerung habe ich den Tanz der Zuckerfee als Klingelton auf meinem Handy.“

Leserin Christa Loeentz, geboren 1949, erinnert sich, dass sich für „Willi Schwabes Rumpelkammer“ alle im Wohnzimmer um den Fernseher versammelten. „Wir freuten uns auf Willi mit der Laterne, wie er die Treppe zur geheimnisvollen Bodenkammer aufstieg.“

DDR-Kult: Die „Rumpelkammer“ lief beim Bügeln

Unsere Leserin Heidrun freute sich besonders über den Artikel zu „Willi Schwabes Rumpelkammer“. „Es war ein festes Ritual beim Bügeln, das sich wie von selbst erledigt hatte. Das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, war von jeher meine Devise“, schreibt sie.

Sie schickt ein großes Lob für den RBB mit, da hier noch alte Produktionen aus der DDR gezeigt werden. Und Elvira Söllner wünscht sich, dass auch an die unbekannteren Stars erinnert wird. „Es gibt bestimmt noch viele Erinnerungen von nicht so bekannten Schauspielern aus der DDR und BRD. Helga Hahnemann und Dieter Krebs usw. sind genug gelaufen“, schreibt sie uns.

Brigadetagebücher wurden in der DDR in vielen Betrieben geführt. Noch heute erinnern sich viele daran.
Brigadetagebücher wurden in der DDR in vielen Betrieben geführt. Noch heute erinnern sich viele daran.Volker Hohlfeld/imago, DDR Museum Berlin

Doch nicht nur „Willi Schwabes Rumpelkammer“ sorgt für Freude bei den Leserinnen und Lesern. Vor ein paar Tagen ging es in einem Bericht über Brigadetagebücher aus der DDR, die im Fundus des DDR Museum Berlin lagern. Leserin Hannelore Kohlbach schreibt dazu, dass sie beim Zirkus Berolina als Direktionssekretärin tätig war – und selbst ein Brigadetagebuch führte, das sie noch heute verwahrt.

Vorgaben habe es für das Führen des Buches aber nicht gegeben, schreibt sie. Historiker mutmaßen, dass Kontrolle der Grund sei, dass sich kaum negative Einträge in den Büchern finden.

Brigadetagebucher in der DDR wurden nicht kontrolliert

Stattdessen habe man sich Mühe gegeben, weil das Kollektiv dafür ausgezeichnet werden wollte. „Wir wollten alle diese Auszeichnung erhalten, denn daran war auch eine Prämie gekoppelt und dann schreibt sicherlich keiner in das Buch, wer und wieviel auf der Brigadefeier getrunken hat.“

Bei Treffen mit ehemaligen Mitarbeitern wird noch heute gern im Brigadetagebuch aus der DDR geblättert. „Vorgedruckte Ausschneidebögen und der Geburtstag von Erich Honecker fanden in unserem Buch keinen Platz.“

Auch über Telefonzellen in der DDR berichtete der KURIER - eines der letzten Exemplare steht im Depot des DDR Museum Berlin.
Auch über Telefonzellen in der DDR berichtete der KURIER - eines der letzten Exemplare steht im Depot des DDR Museum Berlin.United Archives/imago, DDR Museum Berlin

Leserin Monika Turk schrieb uns zu einem Beitrag zu Telefonzellen in der DDR. Weil Telefonanschlüsse selten waren, waren die gelben Zellen ein wichtiger Ort im Sozialismus – ein Exemplar steht heute im Depot des DDR Museum Berlin. Wie wichtig die Geräte waren, zeigt ihre Geschichte: „Meine beiden Kinder sind 1975 und 1981 unter mithilfe dieser Münzfernsprecher auf die Welt gekommen“, schreibt Turk. „Wir hatten damals noch keinen Festnetzanschluss. Mobiltelefone gab es ja noch gar nicht.“

Also musste jemand zur Telefonzelle laufen, um einen Krankenwagen zu rufen. „Beim ersten Mal war niemand anderes zu Hause als die betagte Nachbarin, und der Weg zur gelben Zelle war gar nicht mal so kurz für eine alte Dame. Dabei konnte man sich damals noch glücklich schätzen, dass die angesteuerte Zelle dann auch funktionierte.“ Für die heutige Zeit sei das eine unvorstellbare Situation gewesen.

Schicken Sie uns Ihre schönsten Erinnerungen an die DDR

Haben auch Sie Erinnerungen aus der DDR, die Sie mit uns teilen möchten? Oder fallen Ihnen Dinge von damals ein, über die wir unbedingt einmal schreiben sollten? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!