Der restaurierte DDR-Schnellzug SVT Görlitz soll nach den Erfahrungen der ersten Probefahrt schon bald wieder auf die Schiene – und diesmal schneller! Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte der Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH, Mario Lieb: „Demnächst wollen wir eine zweite Probefahrt antreten, dann mit höherer Geschwindigkeit.“
Offizielle Eröffnungsfahrt ist weiter offen
Wann allerdings die offizielle Eröffnungsfahrt steigen kann, ist weiter offen. Grund sind die gestiegenen Dieselpreise, die die bisherige Kalkulation durcheinanderwirbeln.
Kleine Nacharbeiten sind noch nötig
Die erste Probefahrt Anfang März lief nicht perfekt, war unterm Strich aber ein Erfolg. „Aber der Zug ist die 80 Kilometer aus eigener Kraft und ohne größere Schäden oder Störungen gefahren. Das ist eine große Leistung für alle, die mitgewirkt haben. Motoren, Getriebe, Räder, Elektrik, Innenausstattung – alles musste aufgearbeitet werden.“
Ganz ohne Nacharbeit ging es trotzdem nicht: Undichte Stellen an Ölleitungen und Kühlkreisläufen, Justierungen an Drehgestellen und Arbeiten an einer Abgasanlage seien nötig gewesen. „Großteils ist alles schon erledigt“, sagte Lieb.

SVT Görlitz ist ein Prestigezug der Reichsbahn
Der SVT Görlitz war einst ein Prestigezug der Deutschen Reichsbahn im internationalen Verkehr. Mit seiner stromlinienförmigen Front und der markanten Nase galt er zur Bauzeit als technisches Novum. Zwischen 1963 und 1968 wurden acht Züge dieses Typs gebaut. Heute sind nur noch drei in Teilen erhalten.
Zugelassen war der Schnelltriebwagen für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und verband einst unter anderem Berlin mit Prag und Wien. Damit dieser Klassiker überhaupt wieder rollen kann, hatten Bahn-Enthusiasten Fördermittel und Spenden gesammelt und viel Eigenleistung in die Restaurierung gesteckt. Insgesamt kamen etwa sieben Millionen Euro zusammen.
Was uns nicht gelungen ist: einen langfristigen Kooperationspartner zu finden, gerade auch mit Blick auf den künftigen Betrieb.
Es fehlt noch ein Kooperationspartner
Doch ganz rund ist das Projekt noch nicht: „Was uns nicht gelungen ist: einen langfristigen Kooperationspartner zu finden, gerade auch mit Blick auf den künftigen Betrieb“, sagte Lieb.
Für die Zukunft gebe es zwar Konzept und Kalkulation, ob die aber tragen, müsse sich erst zeigen. „Aber schauen Sie jetzt nur auf die Dieselpreise. Kalkuliert haben wir zuletzt mit 1,60 Euro pro Liter, das ist jetzt unrealistisch.“ Damit sich der Betrieb rechne, müsse der Zug 50 Mal im Jahr fahren – mit je 200 Fahrgästen.
Fahrt mit dem Zug soll ein Reiseerlebnis werden
Und genau da setzt die Idee an: „Es soll ein Reiseerlebnis für jeden werden. Ziel ist, auch Menschen anzusprechen, die zum Beispiel sagen: Ich will einen schönen Tag mit der Familie verbringen und mich nicht ins Auto setzen. Wir wollen Kultur reinbringen. Wenn alles klappt, fahren wir mit der Band Keimzeit zu einer Konzertreise nach Cottbus.“




