Diese Frage treibt derzeit viele Berliner um. „Hat die Vulkangruppe wieder zugeschlagen?“ Seit Tagen ist der Betrieb der S-Bahn Berlin massiv gestört, weil Glasfaserkabel durchtrennt wurden. Seit dem Vandalismusvorfall ist der Verkehr auf der Nord-Süd-Strecke noch bis mindestens Donnerstagfrüh beeinträchtigt.
Wie viel an den Mutmaßungen dran ist, ist derzeit offen. Michael Teich, Sprecher der Bundespolizei, entgegnete auf Anfrage der Berliner Zeitung aber: „Die Ermittlungen dauern an. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen Anschlag“, sagte er. Dennoch gibt es immer mehr Fahrgäste, die die linksextreme Vulkangruppe für den Anschlag verantwortlich machen.
Dobrindt für finanzielle Belohnung auf Hinweise auf Vulkangruppe
Auch der Politik scheint die Vulkangruppe mittlerweile ein Dorn im Auge zu sein. Nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin plädierte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für eine Geldprämie für entscheidende Tipps. Dobrindt befürworte eine „hohe finanzielle Belohnung für Hinweise“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministerium der Bild am Sonntag.
Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren vorübergehend 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Die linksextremistische Vulkangruppe bekannte sich dazu. Nun ist seit Montag der S-Bahnbetrieb massiv gestört. Und nicht wenige vermuten, dass erneut die Vulkangruppe hinter dem Vandalismusvorfall steckt.
Fünf S-Bahn-Linien sind von dem Anschlag betroffen
„Ist schon schräg, was für Leute in Berlin unterwegs sind“, sagte ein S-Bahnfahrer am Dienstag der Berliner Zeitung. Gleich zwei schwere Fälle von Vandalismus machen der S-Bahn derzeit zu schaffen. Zufall?
Betroffen sind fünf Linien auf der Nord-Süd-Strecke. Zwischen Bornholmer Straße (Gleis 4), Gesundbrunnen, Humboldthain und Nordbahnhof (Gleis 4) beschränkt sich der Verkehr auf einen 20-Minuten-Takt im Pendelbetrieb.
Die Linien S1, S2 und S25 sind in diesem Bereich unterbrochen. Sie wurden in einen Nord- und einen Südabschnitt geteilt. Die S26 fährt nur zwischen Teltow Stadt und Südkreuz, die S85 zwischen BER und Blankenburg.
Ab Donnerstag gegen 3.30 Uhr sollen die Züge wieder normal fahren
Wie ein Bahnsprecher auf Anfrage der Berliner Zeitung bestätigte, werden die Beeinträchtigungen noch bis Donnerstag andauern. „Ab Donnerstag gegen 3.30 Uhr wollen wir wieder normal fahren“, sagte er.
Allerdings: „Der Schaden ist erheblich. Zum Teil wurden armdicke Glasfaserkabel durchtrennt“, schilderte er. Dadurch funktioniert die Signaltechnik nicht, die Leitungen müssen wieder hergestellt werden. Danach schließt sich eine Prüf- und Abnahmephase an.
Keine lückenlose Überwachung möglich
Dennoch drängt sich die Frage auf, warum die Kabel seit den Vorfällen in der Silvesternacht nicht besser bewacht werden. Dazu erklärte ein Bahnsprecher: „Unser Streckennetz ist 340 Kilometer lang. Eine lückenlose Überwachung ist nicht machbar.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Vulkangruppe hinter Anschlägen steckt. In der Vergangenheit bekannte sie sich zu zwei Anschlägen auf die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide, die sie als „grünen Kapitalismus“ brandmarkte.
Nachdem im Mai 2021 Unbekannte einen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Autobauers verübten, wurde im März 2024 in unmittelbarer Nähe des Automobilwerks ein Hochspannungsmast durch Brandstiftung zerstört. Dadurch waren das Werk und die umliegenden Ortschaften tagelang ohne Strom.
2020 bekannte sich eine Vulkangruppe zu einem Brandanschlag auf das Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, weil dieses an der Entwicklung der Corona-App beteiligt gewesen sei. Und Anfang des Jahres bekannte sich die Gruppe zum Anschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal.




