Neue Drohung

„Vulkangruppe“ will Stromnetz in Marzahn-Hellersdorf angreifen

Neue Drohung der „Vulkangruppe“: Nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins kündigt ein Schreiben einen Angriff auf Marzahn-Hellersdorf an.

Author - Sebastian Karkos
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Im Südwesten Berlins setzte der Anschlag (kl. Foto) die Stromversorgung außer Betrieb, droht Marzahn-Hellersdorf dies auch?
Im Südwesten Berlins setzte der Anschlag (kl. Foto) die Stromversorgung außer Betrieb, droht Marzahn-Hellersdorf dies auch?Contini/Stromnetz Berlin

Die „Vulkangruppe“ sorgt wieder für ein Rätsel. Kaum ist die Stromversorgung in Steglitz-Zehlendorf wiederhergestellt, sorgt ein – angeblich – neues Schreiben für Unruhe.

Auf der linksextremen Plattform Indymedia, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft wird, ist ein Eintrag aufgetaucht, der mit einem weiteren Angriff auf die Stromversorgung droht. Ziel soll diesmal Marzahn-Hellersdorf sein. Euronews berichtete zuerst.

In dem Schreiben heißt es, die Stromzufuhr sei „mit einem Zeitzünder versehen“. Ob die Drohung tatsächlich real ist, bleibt unklar, der Eintrag ist inzwischen nicht mehr abrufbar.

Interessant: Die Verfasser distanzieren sich zugleich von anderen Akteuren, die unter dem Namen „Vulkangruppe“ auftreten. „Wir als Vulkangruppe distanzieren uns von dem Statement der ‚Vulkangruppe‘“, heißt es im Titel.

Wer hinter der „Vulkangruppe“ steckt, ist gänzlich offen

Offenbar existieren mehrere Gruppen, die sich derselben Bewegung zugehörig fühlen, aber nicht miteinander kooperieren. Die Echtheit des Schreibens lässt sich nur schwer prüfen, weil auf Indymedia anonym veröffentlicht werden kann. Dennoch: Auch frühere Bekennerschreiben zum Anschlag in Lichterfelde wurden dort publiziert. Der Generalbundesanwalt ermittelt inzwischen wegen eines „linksterroristischen Terrorakts“. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53/CDU) sprach von „Terrorismus“.

Die vermeintlich ursprüngliche „Vulkangruppe“ hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und erklärte, sie habe sich mit Beginn des Ukraine-Kriegs zurückgezogen. Ihre Angriffe 2011 hätten sich gegen Bundeswehr und Waffenexporte gerichtet, nicht gegen Infrastruktur. Doch die neue Drohung klingt düster: „Die nächsten Jahre wird die Welt brennen, langsam, dann schneller.“ Wer hinter den aktuellen Drohungen steckt, bleibt ein Rätsel.

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