Aktuell sind noch viele Haushalte im Südwesten Berlins immer noch ohne Strom.
Eine Sache ist besonders bitter. Gerade jetzt sinken die Temperaturen, am Wochenende gehen sie in Berlin zweistellig in den Keller.
Und selbst wenn am Donnerstag wieder alle Menschen Strom haben sollten, kann es dauern, bis die Wohnungen wieder halbwegs warm sind. Donnerwetter-Meteorologe Karsten Brandt sagt zum KURIER: „Die Wohnungen sind so stark ausgekühlt, dass es, selbst wenn die Heizungen wieder funktionieren, drei Tage dauern wird, bis sie wieder normal warm sind.“
Keine guten Aussichten. Der KURIER fragte Martin Wiemann, Heizungs- und Sanitärinstallateur aus Seddiner See, was nun auf die Mieter in Steglitz-Zehlendorf zukommt. Vor allem die Kosten dürften steigen.
Die Heizkosten dürften um mindestens zehn Prozent steigen
Wiemann: „Ich denke, um zehn Prozent auf jeden Fall. Eine ausgekühlte Wohnung aufzuheizen kostet viel mehr Energie, als wenn ich diese auf einem gewissen Temperaturlevel halte. Derzeit herrschen extreme Temperaturen. Und die Wände sind ja alle ausgekühlt.“
Dass die Wohnungen drei Tage benötigen, um wieder warm zu werden, hält der Experte für möglich, es könnte aber auch schneller gehen: „Um wieder auf einen normalen Heizstand zu kommen, kann es schon sein, dass die Wohnungen relativ schnell warm werden. Aber man braucht doppelt so viel Leistung.“

Welcher Heizungstyp heizt am schnellsten? Wiemann: „Der ganz normale Heizkörper, weil da hohe Temperaturen durchgejagt werden können. Eine Bodenheizung kann man nicht mit hohen Temperaturen fahren.“ Wie soll geheizt werden? Wiemann: „Sofort auf volle Pulle drehen und morgens und abends Stoßlüften.“
Entscheidend bei der Aufheizung sind auch die Dicke der Wände, die Isolierungen und die Fenster. Noch einmal Wiemann: „Je moderner die Wohnungen sind, also mit Dreifachverglasung und dem entsprechenden Dämmwert, desto schneller geht es natürlich auch. Diese Wohnungen kühlen ja auch nicht so schnell aus.“




