Nach dem massiven Stromausfall im Berliner Südwesten bleibt weiterhin offen, wer tatsächlich hinter dem Anschlag steckt. Zwar tauchte kurz nach der Tat ein Bekennerschreiben auf, unterzeichnet mit dem Namen „Vulkangruppe“. Doch ob diese Gruppierung wirklich für den Stromanschlag verantwortlich ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt
Die Ermittlungsbehörden halten sich bewusst bedeckt. Michael Petzold, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, sagte dem Berliner KURIER: „Wir führen derzeit die Ermittlungen und können noch nichts Konkretes sagen.“ Der genaue Tathergang sowie mögliche Täter seien weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Auch sei offen, ob das Verfahren in Berlin bleibt oder an den Bund abgegeben wird. „Wir stehen im Austausch mit dem Generalbundesanwalt“, so Petzold.
Wie mehrere Medien berichten handelt es sich bei den sogenannten „Vulkangruppen“ nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden nicht um eine fest organisierte Terrorzelle, sondern um kleine, voneinander unabhängige, linksextreme Kommandos, die unter demselben Namen auftreten. Ob hinter früheren Taten und dem aktuellen Stromanschlag dieselben Personen stehen, ist ebenfalls unklar Auch wie viele Täter beteiligt waren oder ob sie allein oder in Gruppen agierten, können die Ermittler noch nicht sagen.

Das Bekennerschreiben selbst wirft viele Fragen auf. Tonfall und Inhalt weichen von früheren Schreiben ab, die der sogenannten Vulkangruppe zugeschrieben wurden. Statt aggressiver Kampfansagen enthält der Text ungewohnt zurückhaltende Passagen, teils sogar Entschuldigungen gegenüber betroffenen und vor allem hilfsbedürftigen Anwohnern.
Der Name geistert seit über zehn Jahren durch Berlin
Der Name „Vulkangruppe“ wird immer wieder genutzt, wenn sich Linksextreme zu Brandanschlägen bekennen. Die erste Tat, bei der diese Kennung gefallen ist, liegt bereits über zehn Jahre zurück. 2011 wurde nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Bahnhof Ostkreuz der Bahnverkehr im Osten Berlins stundenlang lahmgelegt.
- 2013: Brandanschlag auf einen Funkmast in Berlin-Adlershof
- 2016: Kabelbrand an einer Regionalbahnstrecke
- 2018: Brandanschlag auf Starkstromkabel in Charlottenburg – 6000 Haushalte ohne Strom
- 2020: Anschlag auf das Berliner Heinrich-Hertz-Institut
- 2021: Angriff auf die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide
- 2024: Brandanschlag auf einen Strommast nahe Grünheide



