Ihre gemeinsame Zeit war so kostbar und viel zu kurz. Im März vor 15 Jahren starb Eisbär Knut. Kurz nach seiner Geburt fand er in Zoo-Pfleger Thomas Dörflein seinen Ziehvater. Das Pfleger-Eisbären-Gespann war ein Herz und eine Seele. Doch nach gerade einmal zwei gemeinsamen Jahren starb Thomas Dörflein ganz plötzlich.
Fans bringen immer noch Blumen an Dörfleins Grab
Auf Thomas Dörfleins Grab in Berlin-Spandau, auf dem Friedhof „In den Kisseln“ finden Knut und der Tierpfleger wieder zusammen. Neben Dörfleins Grabstein steht auch ein Gedenkstein für den Eisbären. Bilder, Figuren und andere gemeinsame Erinnerungen zieren das Grab.

Es kommen immer wieder Besucher, die der beiden gedenken. Frühere Wegbegleiter und Fans legen Blumen auf das Grab, in Gedenken an eine Pfleger-Eisbären-Beziehung, die einzigartig war.
Am 5. Dezember 2006 kam Kult-Eisbär Knut im Berliner Zoo auf die Welt. Sein Zwilling starb kurz nach der Geburt, die Eisbären-Mama verstieß den kleinen Knut. So war es Thomas Dörflein, der seit vielen Jahren als Pfleger für den Zoo arbeitete, der sich Knut annahm.
Die Verbindung zwischen den beiden war besonders. Dörflein spielte dem Eisbären Elvis-Musik auf seiner Gitarre vor, fütterte ihn lange mit der Flasche und hatte später täglich zwei Shows mit Knut vor tausenden Zuschauern.
Das Gespann wurde weltberühmt und Thomas Dörflein war unter den Frauen heiß begehrt. Zwar war der Tierpfleger in einer Beziehung, lernte aber während seiner Arbeit Heidemarie K. kennen. Sie war 67, er war 44. Aus einer Bekanntschaft im Zoo wurde eine innige Affäre.

Und nur wenige Monate nach dem Kennenlernen und nicht einmal zwei Jahre nach Knuts Geburt, kam dann die Horror-Nachricht: Thomas Dörflein starb am 22. September 2008 in der Wohnung seiner Freundin in Wilmersdorf.
Thomas Dörflein starb in den Armen seiner Affäre
Der Tierpfleger erlitt einen Herzinfarkt und starb in den Armen seiner Freundin. Heidemarie K. erzählte der Bild am Sonntag 2009 von Dörfleins Todestag. Es war ein Montag, der Tierpfleger kam gegen 10.30 Uhr nach Hause. Die beiden haben getanzt und hatten einen vermeintlich schönen Vormittag.
Sie erzählte: „Er hat mich in den Arm genommen und wir haben getanzt, geschmust und uns dann aufs Sofa gesetzt. Ich habe mit den Fingern die Furchen in seinem Gesicht nachgezeichnet.“

Weiter sagte sie: „Ich schaute ihn an und sah, wie sich seine Augen verdrehten. Ich habe zuerst gar nicht bemerkt, was los ist. Bis ich plötzlich merkte, dass etwas nicht stimmt. Dann habe ich furchtbar angefangen zu schreien: ,Thomas! Thomas!‘ Ich habe bei den Nachbarn Sturm geklingelt, die Feuerwehr gerufen und noch eine Herzmassage gemacht.“
So verlor Knut viel zu früh seinen Ziehpapa, den Menschen, den er am meisten brauchte. Nur drei Jahre später, als Knut gerade einmal vier Jahre alt war, starb auch er. Am Morgen des 19. März 2011 fraß Knut noch normal sein Futter. Wenige Stunden später erlitt er plötzlich einen epileptischen Anfall und stürzte vom Bärenfelsen in den Wassergraben. Der Anfall war die Folge einer nicht erkannten Gehirnentzündung.



