Das Familienglück schien im Regenwaldhaus so perfekt. Bei den Sumatra-Tigern vom Tierpark Berlin, die vor zwei Monaten noch einmal Nachwuchs bekamen. Doch nun muss das süße Tiger-Mädchen ohne ihren Papa aufwachsen.
Kampf um Leben und Tod im Tiger-Gehege
Denn was kein Tierpark-Besucher im Regenwaldhaus (Alfred-Brehm-Haus) zu sehen bekam: Im Tiger-Gehege lief seit Wochen ein Familiendrama bei Tiger-Mama Mayang (14), Papa Jae Jae (17) und ihrer kleinen Tochter ab. Es ging um Leben und Tod. Am Ende siegte der Tod.
Tiger-Mann Jae Jae hat eine böse Krankheit nicht überlebt. Seit Monaten verschlechterte sich immer mehr der Gesundheitszustand des Tieres. „Bei Jae Jae zeigten die Blutwerte ein fortschreitendes Nierenversagen, welches trotz medikamentöser Therapie dauerhaft nicht mehr aufgehalten werden konnte“, sagt Tierarzt Dr. Andreas Pauly.
„Dank eines regelmäßigen tiermedizinischen Trainings durch unser Tierpflege-Team konnten wir bei Jae Jae regelmäßig Blut abnehmen und seinen Gesundheitszustand so noch besser dokumentieren“, sagt Kurator Matthias Papies. Am Ende gab es keine Hoffnung mehr für den Tiger-Papa Jae Jae. Die stolze Raubkatze wurde eingeschläfert, um ihr weiteres Leiden zu ersparen.

Jae Jae kam 2022 aus einem französischen Zoo in den Tierpark Berlin und entpuppte sich schnell als wahrer Charmeur. Denn Jae Jae war ein potenter Tiger-Mann, der insgesamt elf Mal Vater wurde. Damit war er einer der Hoffnungsträger für seine vor dem Aussterben bedrohten Art. Jeder neugeborene Sumatra-Tiger zählt und ist wichtig. Denn im natürlichen Lebensraum leben nur noch 400 bis 600 dieser Raubkatzen.
In Berlin wurde Jae Jae fünfmal Vater: 2022 kamen die Schwestern Luise und Lotte zur Welt, 2024 folgten die Zwillinge Ede und Kuno. Im Januar 2026 erblickte das noch namenlose Tiger-Mädchen das Licht der Welt.
„Jae Jae war ein ganz besonderer Tiger“
Mit großer Trauer nimmt der Tierpark Berlin nun Abschied von diesem außergewöhnlichen Tiger. „Jae Jae war ein ganz besonderer Tiger – sowohl für das Tierpark-Team als auch für unsere Gäste“, sagt Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „In seinen Nachkommen lebt ein Teil von ihm weiter. Sein Erbe für die Sumatra-Tiger bleibt unvergessen.“



