Neuer Islamismus‑Monitor

Extremismus: Kinder und Jugendliche von Islam-Ideologie bedroht

Neue Sicherheitsanalyse aus der Hauptstadt.  Islamistische Bedrohungen nehmen zu, Propaganda verbreitet sich online und erreicht auch junge Menschen.

Author - Sebastian Karkos
Teilen
Viele Jugendliche werden auch über Tiktok radikalisiert.
Viele Jugendliche werden auch über Tiktok radikalisiert.Hannes Albert/DPA

Wie groß ist die Islamismus-Gefahr in Berlin? Nach wie vor „besteht eine abstrakt hohe Gefährdungslage im Bereich des islamistischen Terrorismus“, so das Ergebnis des „Islamismus‑Monitors“, der am Montag von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport veröffentlicht wurde.

Influencer verbreiten Inhalte mit klaren Botschaften

Eine zentrale Erkenntnis: Kinder und Jugendliche radikalisieren sich zunehmend – vor allem im Internet. Über soziale Netzwerke verbreiten Influencer Inhalte mit klaren Gut‑und‑Böse‑Botschaften, die Demokratie ablehnen und religiöse Überlegenheit propagieren.

Terroristische Organisationen wie der sogenannte „Islamische Staat“ nutzen das Netz gezielt zur Propaganda, Rekrutierung und Mobilisierung. Professionell produzierte Inhalte greifen aktuelle Konflikte, insbesondere den Nahostkonflikt, auf und verbreiten Narrative einer angeblichen weltweiten Unterdrückung von Muslimen.

Überhaupt wirkt der Nahostkonflikt  konfliktverschärfend. Trotz Betätigungsverbots setzt die Hamas ihre Aktivitäten fort, organisiert Demonstrationen und verbreitet antisemitische Propaganda. Festnahmen mutmaßlicher Hamas‑Terroristen in Berlin unterstreichen die reale Gefährdung.

Ein guter Schulunterricht ist für die Prävention sehr wichtig.
Ein guter Schulunterricht ist für die Prävention sehr wichtig.imago stock&people

Wie es heißt, geht die größte Bedrohung weiterhin vom jihadistischen Salafismus aus, insbesondere von Netzwerken des „Islamischen Staats“ (IS) und dessen Ableger ISPK. Diese setzen verstärkt auf Online‑Propaganda, Einzeltäter und sogenannte „Low‑Level‑Attacks“ gegen schwer schützbare Ziele.

Gleichzeitig wächst der Einfluss nicht‑gewaltorientierter, legalistischer Gruppen, die demokratische Strukturen strategisch nutzen, um langfristig ideologische Ziele durchzusetzen.

Wie dagegen vorgehen? Neben repressiven Maßnahmen wie Ermittlungsverfahren oder Hausdurchsuchungen spielen Vereinsverbote, ausländerrechtliche Schritte und Prävention eine zentrale Rolle. Berlin setzt dabei auf ein vernetztes Vorgehen von Sicherheitsbehörden, Justiz und Zivilgesellschaft.

Fazit: Trotz messbarer Erfolge bleibt die Gefährdungslage hoch – insbesondere für öffentliche Räume und das jüdische Leben in Berlin.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wie lässt sich der Islamismus in Berlin bekämpfen?
Bitte schreiben Sie uns:
leser-bk@berlinerverlag.com