Hightech-Jagd

Neue Idee aus Polen: Vertreiben bald Roboter Berlins Wildschweine?

Ein humanoider Roboter geht viral – und könnte sogar ein Problem lösen, das viele Berliner nervt.

Author - Tobias Esters
Teilen
Wildschweine in der Stadt: In Berlin kommt es immer wieder zu Begegnungen mit den Tieren.
Wildschweine in der Stadt: In Berlin kommt es immer wieder zu Begegnungen mit den Tieren.Harald Tittel/Dpa

Wildschweine mitten in Wohngebieten – für viele Berliner längst Alltag. Doch jetzt sorgt eine ungewöhnliche Idee aus Polen für Aufsehen: Ein humanoider Roboter soll die Tiere aus Städten vertreiben.

Roboter sorgt im Netz für Wirbel

Der Roboter mit dem Namen „Edward Warchocki“ geht aktuell im Internet viral. Hinter dem Projekt steckt ein humanoider Roboter vom Typ Unitree G1, der gezielt mit Menschen interagiert und auf Social Media als eine Art Influencer auftritt.

Entwickelt wurde er von zwei Polen, die ihm bewusst eine auffällige Persönlichkeit gegeben haben – mit großem Erfolg. Die Videos verbreiten sich rasant, gleichzeitig sorgt das Projekt für Diskussionen.

Könnte so ein Roboter auch ein Problem lösen, das viele Berliner beschäftigt?

Denn Wildschweine sorgen in der Hauptstadt immer wieder für gefährliche Situationen. Besonders in Wohngebieten kommt es regelmäßig zu Begegnungen zwischen Mensch und Tier. Ein Berliner Stadtjäger erklärt: „Wir bejagen die Wildschweine ganzjährig. Jedes Jahr werden in Berlin mehrere tausend Tiere erlegt.“

Der Roboter läuft durch die Straßen in Warschau und vertreibt die Wildschweine.
Der Roboter läuft durch die Straßen in Warschau und vertreibt die Wildschweine.Screenshot: @edwardwarchocki/X

Allein in einem betroffenen Gebiet in Spandau wurden zuletzt mehrere Tiere geschossen. Die Tiere hätten laut Stadtjäger kaum noch Scheu vor Menschen – ein Grund dafür sei, dass sie von Anwohnern gefüttert werden. Genau das verschärft das Problem zusätzlich.

Warum Jäger oft nicht eingreifen können

Gleichzeitig sind den Jägern oft die Hände gebunden. „Für eine Bejagung brauchen wir die Zustimmung der Grundstückseigentümer“, erklärt der Stadtjäger. In dicht bebauten Wohnanlagen sei das schwierig. Hinzu kommt: Die Sicherheit hat oberste Priorität. Geschosse können nach dem Durchschlag noch große Energie haben und gefährlich weiterfliegen.

So könnte der Roboter helfen

Hier könnte Technologie ins Spiel kommen. Der Roboter aus Polen arbeitet mit zwei Systemen: einem Bewegungssystem und einer künstlichen Intelligenz, die auf Interaktion mit Menschen ausgelegt ist. Theoretisch könnte ein solcher Roboter auch Tiere erkennen, vertreiben oder abschrecken – ganz ohne Risiko für Anwohner.

Noch ist das Zukunftsmusik. Doch die Entwickler gehen davon aus, dass solche Systeme in wenigen Jahren zum Alltag gehören könnten. Schon jetzt wird diskutiert, ob humanoide Roboter künftig Aufgaben übernehmen, die bislang Menschen erledigen.

In Berlin bleibt das Problem vorerst bestehen. Stadtjäger betonen: Die Ursache liegt oft beim Menschen selbst. „Wenn Wildtiere gefüttert werden, verlieren sie ihre Scheu“, heißt es. Einfache Maßnahmen wie Zäune oder konsequente Regeln könnten bereits helfen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com