Kaufhaus-Sterben

Überall wackeln Galeria-Kaufhäuser, doch eine Berliner Filiale stellt sich gegen den Trend

Im Reinickendorfer Ortsteil Tegel punktet das Galeria-Haus mit Kooperationen im Kiez.

Author - Stefanie Hildebrandt
Teilen
Die Galeria-Filiale im Tegel-Quartier in der Gorkistraße bleibt.
Die Galeria-Filiale im Tegel-Quartier in der Gorkistraße bleibt.Jürgen Ritter/Imago

Die Turbulenzen bei Galeria Kaufhof hören nicht auf. Kürzlich verkündete das angeschlagene Unternehmen, dass vier Berliner Filialen am Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau auf dem Prüfstand stehen. Doch eine Berliner Filiale des Kaufhaus-Riesen widersetzt sich dem Trend. Die Tegeler Galeria-Filiale ist nicht auf der Streichliste. Was machen sie dort anders?

Galeria bildet Netzwerke mit lokaler Wirtschaft

Wie die Geschäftsleitung beim Tegeler Unternehmerstammtisch verkündete, ist die Tegeler Galeria-Filiale nicht von den Schließungsplänen betroffen. „Das sind gute Neuigkeiten für Tegel“, sagt Samuel Märkt, der SPD-Kandidat rund um den Tegeler See.

Galeria gehört zum Bezirk und hat einen festen Platz im Quartier. Der Kurs der Filiale, sich in den Bezirk zu öffnen, Netzwerke zu bilden und die lokale Wirtschaft mitzunehmen, ist ein Grund für die erfolgreiche wirtschaftliche Lage von Galeria Tegel. Jetzt gilt es aufzuatmen, die Filiale in ihrem Kurs zu unterstützen und langfristig ein hervorragendes Nahversorgungsangebot in Tegel zu erhalten“, sagt Märkt.

Das Schuhgeschäft Leiser in der Gorkistraße ist geschlossen. Mehre Nachmieter haben sich gefunden.
Das Schuhgeschäft Leiser in der Gorkistraße ist geschlossen. Mehre Nachmieter haben sich gefunden.Jürgen Ritter/Imago

Seit längerem befinden sich große Kaufhaus-Standorte in der Krise und müssen sich neu erfinden. Einkaufszentren wie beispielsweise das Ring-Center in der Frankfurter Allee befinden sich in einem Transformationsprozess. Weg vom reinen Einzelhandel, hin zu Mischkonzepten, das Shoppingcenter als lebendiges Nahversorgungszentrum im Kiez. Arztpraxen, Büros, Sportangebote ergänzen das Einzelhandelsangebot, das wegen des Onlinehandels überall unter Druck steht.

Galeria-Kaufhaus läuft

Am Mittwoch hatte Galeria angekündigt, deutschlandweit an 33 Standorten und an vier Standorten in der Hauptstadt mit ihren Vermietern über Mietpreise und Flächenanpassungen zu verhandeln. Das Bangen um den Fortbestand der Häuser geht also weiter.

In Tegel aber heißt es nun Aufatmen nach vielen Rückschlägen: In der Vergangenheit war das Tegel-Quartier neben der Galeria-Filiale immer wieder von Leerstand betroffen: 2023 zog C&A aus, auch das Schuhgeschäft Leiser musste aufgeben. Dabei war die beliebte Fußgängerzone im Norden erst für 250 Millionen Euro umgebaut worden.

Bei Galeria in Tegel macht eine engagierte Geschäftsführung den Unterschied, glaubt Samuel Märkt. Aktionen wie die Lange Nacht des Kaufhauses mit Übernachtungen für Kinder und eine stetige Präsenz im Kiez verankern den großen Player in der Tegeler Einkaufslandschaft. Die Konkurrenz durch die nahe gelegenen Borsighallen belebt das Geschäft mit der kaufstarken Kundschaft.

Die Zukunft in Tegel macht Mut: Galeria bleibt, das Leiser-Gebäude hat mit einem Fitnessstudio und einer Mago-Filiale mehrere Nachmieter gefunden und anstelle der C&A-Filiale soll in Zukunft ein Supermarkt von Edeka entstehen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com