Til Lindemann auf einer Schaumkanone bei der großen Rammstein-Tour-Generalprobe in Prag. Auf diese Szene dürfen sich die Fans freuen. zVg

Vor einem Monat erschien das neue Album „Zeit“ von Rammstein, darauf allerlei neue Songs der Band zu teils schwierigen Themen, über die nach dem Erscheinen der Platte bereits diskutiert wurde. In „Zick Zack“ geht’s um den Schönheitswahn in unserer Gesellschaft, in „Angst“ um Feindlichkeit gegenüber dem Unbekannten, in „Adieu“ um das Sterben. Aber: Wie viel Wucht steckt wirklich in den Texten? Auf Youtube hat sich ein Deutschlehrer die Texte vorgeknöpft – und zieht Bilanz.

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Deutschlehrer Marco Werner nimmt sich auf seinem Youtube-Kanal „Was ist Musik“ regelmäßig neue Platten vor, analysiert die Musik, aber auch die Texte. Auch zum Album „Zeit“ von Rammstein hat er eine Zusammenfassung veröffentlicht. Er wolle beleuchten, ob das Album überhaupt noch zeitgemäß sei – und ob die Band vom Zeitgeist inzwischen weichgespült sei.

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Die Sprache von Rammstein in „Zeit“ ist brutal und provozierend

Er selbst habe Rammstein schon vor vielen Jahren erlebt, unter anderem beim Abschiedskonzert der Ramones im Januar 1996. „Rammstein waren im Vorprogramm und auf einmal kommt Till Lindemann brennend auf die Bühne und singt ,Ein Mensch brennt, ein Kind stirbt‘“, sagt er. „Da haben die Ramones-Fans und ich natürlich geguckt wie die Autos.“ Ein Jahr später sei der gleiche Song im Hollywood-Film „Lost Highway“ aufgetaucht – ein deutscher Song in einem Hollywood-Film sei damals etwas Besonderes gewesen.

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Till Lindemann ist der Frontmann von Rammstein. Archivfoto: dpa/Heimken

Die Sprache von Rammstein sei auch bei der Platte „Zeit“ brutal und provozierend. „Zudem klingt sie wie aus dem 19. Jahrhundert entlehnt. Das liegt vor allem an veralteten Genitiv-Konstruktionen“, sagt der Deutschlehrer. Als Beispiel bringt er „der Sonnentod ist mir Vergnügen“, aus dem Titel „Schwarz“. Zudem gebe es „nicht mehr gebräuchliche Wortumstellungen“, etwa bei „immer wenn es dunkel wird, die Seele sich in Lust verirrt“.

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Und doch gelinge es Rammstein, die Sprache zur Behandlung aktueller Themen zu verwenden. In Angst gehe es darum, „dass aus der Angst vor Fremden aus Fremdenfeindlichkeit werden kann und dass es Politiker gibt, die diese Angst gezielt schüren, um die Massen hinter sich zu scharen“, analysiert Werner. In „Armee der Tristen“ gehe es um eine „Partei der Hoffnungslosen“ – unklar sei, ob Rammstein damit eine depressive Grundstimmung der Nation beschreibt oder ebenfalls eine populistische Partei thematisiert. „Das eine würde ja ganz gut zum anderen passen.“

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In „Zick Zack“ gehe es um den Schönheitswahn. „Und die Band macht sich sehr gekonnt darüber lustig.“ Dabei sei das Lied eines von dreien zum Hauptthema des Albums – Vergänglichkeit. „Der andere Song ist der Titelsong Zeit, in dem Rammstein sogar Goethes Faust zitieren mit ,Augenblick, verweile doch‘ – da freut sich der Deutschlehrer“, sagt Werner.

Ist der Song „Adieu“ ein Hinweis auf das Ende von Rammstein?

Der dritte Song zum Thema Vergänglichkeit sei das Lied „Adieu“, darin geht es um den Tod. „Oder ist Adieu hier so zu verstehen, dass sich die Band tatsächlich von den Fans verabschiedet? Könnte das das letzte Rammstein-Album sein? Immerhin gehen die Jungs stramm auf die 60 zu, als Rockstar kann man da schonmal an Rente denken.“ Es sei aber Spekulation, denn offiziell sei von Seiten der Band noch nichts verlautbart worden.

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Zu den nachdenklichen Songs auf dem Album gehöre „Schwarz“, ein Titel, der an „Dunkel“ von den Ärzten erinnere. Aber auch auf Deftigkeit müsse man nicht verzichten, etwa im Track „Dicke Titten“. „Und in OK, das für ,Ohne Kondom‘ steht, propagieren Rammstein tatsächlich ungeschützten Sex, und das mit wechselnden Geschlechtspartnern. Es heißt im Song ja eindeutig: ,Viele Löcher sind zu stopfen‘ – ein echter Tabubruch also, wenn auch humorvoll rübergebracht.“ Für seinen Geschmack hätte es trotzdem noch mehr Provokationen geben können, resümiert der Deutschlehrer.

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